Sagen sie schon, ich bin wirklich sehr gespannt darauf!“
Seine Stimme ging mir durch Mark und Bein! Ich fühlte mich wie ein unmündiges Mädchen, als ich zitternd vor ihm stand. Tränen schossen mir in die Augen! Ich war fix und fertig, brachte die Worte kaum aus dem Mund. Ich starrte die ganze Zeit auf den Boden, als ich mich rechtfertigte:
„Es tut mir so leid, Herr Schleswig! Ich habe die Namen verwechselt. Ich weiß, dass das keine Entschuldigung ist! Bitte, geben sie mir noch eine Chance. Es kommt auch nicht wieder vor!“
Hans musterte mich kühl, von oben nach unten. Ich trug die firmenübliche Kleidung: einen grauen Rock kombiniert mit einer weißen Bluse. Meine Beine schlackerten, als er mich so durchdringend ansah. Ich bekam ein ganz komisches Gefühl, das ich überhaupt nicht einordnen konnte. Seine Augen blitzten, als er mir endlich seine Entscheidung mitteilte.
„Sie wollen eine zweite Chance? Gut! Die können sie haben, allerdings unter einer Bedingung.
Ich muss sicher gehen, dass sie nicht noch einmal solch einen Fehler begehen! Sandra, hören sie mir gut zu! Ich werde sie streng bestrafen, und danach ist die Angelegenheit vom Tisch. Sind sie damit einverstanden, dass ich ihnen den Po versohle? Ich denke, dass sie das wirklich verdient haben!“
Ich starrte ihn völlig entgeistert an. Hatte er das tatsächlich gesagt? Noch dazu in der heutigen Zeit mit all den öffentlich geführten Debatten über männliche Übergriffigkeit, besonders in den diversen Chefetagen dieser Welt? Er sah mich ungerührt an, als wäre sein Vorschlag völlig normal. Mein erster Reflex war, ihn sofort bei der Firmenleitung zu melden. Es konnte doch nicht angehen, dass dieser Kerl eine erwachsene Frau mit solch einem Ansinnen konfrontierte. Komischerweise blieb ich einfach sitzen, anstatt einfach das Büro zu verlassen und dann die Tür mit einem lauten Knall zuzuschlagen.
Als ich ihm antwortete, lief ein innerer Film bei mir ab.
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