Herrn Schleswigs Methoden

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Herrn Schleswigs Methoden

Herrn Schleswigs Methoden

Andreas

Es fiel mir schwer, mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Unruhig rutschte ich auf meinem ergonomischen Drehstuhl herum, versuchte dadurch das penetrante Jucken auf meinem Po zu vertreiben. Es gelang mir nicht, wurde im Gegenteil immer schlimmer. Was war nur los mit mir? Wie kam ich dazu, diesem Mann die Erlaubnis zu geben, mich nach Feierabend übers Knie zu legen? Die Zeit verging langsam, zog sich quälend hin.
Ich erledigte noch einige Telefonate, beantwortete ein paar Mails, als es endlich 17 Uhr war.
Mona schneite herein, wollte mich abholen. Sie fuhr auch mit dem Bus und wir hatten in der Mittagspause ausgemacht, dass wir zusammen zur Haltestelle laufen wollten. Ich sagte ihr, dass ich länger bleiben müsste, was sie mit einer hochgezogenen Augenbraue kommentierte. Ich fragte mich, ob sie etwas ahnte? War ich vielleicht nicht die Erste, die bei Herrn Schleswig nachsitzen musste?

Eine Viertelstunde später öffnete sich die Tür seines Büros. Hans stand in voller Pracht im Türrahmen, blickte herausfordernd auf mich herunter. Ich schaffte es, seinem Blick zu begegnen, wich ihm nicht aus. Nun ging es also gleich los! Irgendwie war ich froh, dass diese enervierende Warterei ein Ende hatte. Ich stand von meinem Schreibtisch auf, folgte Hans in sein Büro. Er bat mich Platz zu nehmen, schenkte mir ein Glas Mineralwasser ein. Ich trank es gierig leer, in fast einem Zug.
In einer Ecke des großzügig geschnittenen Raums stand ein schwarzes Ledersofa. Hans zeigte mit dem Finger darauf. „Dort drüben ist es bequemer. Kommen sie Sandra!“ Dann stand er von seinem Chefsessel auf, um sich nur wenig später auf dem Sofa, das eher an eine Schlafcouch erinnerte, niederzulassen. Seine Hand patschte auf seine Oberschenkel, als wollte er mich einladen, endlich meinen vorgesehenen Platz einzunehmen. Ich erhob mich, stand bald darauf vor dem auf der Couch sitzenden Mann.

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