Stramm spannte sich der Stoff um die zuckenden Hinterbacken Das war schon mehr, als ein eindeutiges Angebot.
In der Tat: Diese Frau konnte nur eine Hexe sein. Denn sie verhexte den ganzen Saal, mit dem Zauber ihrer vom Schweiß glänzenden Schönheit.
Doch dass sie aus Fleisch und Blut war, daran bestand für mich kein Zweifel. Die „Leichtgläubigen Babilonier“, mochten sich nur zu bereitwillig durch diese „Zauberei“ täuschen lassen. Mir als „Gebildetem Griechen“, konnte man da natürlich nichts vormachen. Doch besaß die Vorführung deswegen weniger Reiz?...
Ich war so abgelenkt, dass ich den Beutelschneider überhaupt nicht bemerkt hatte. Wie gut nur, dass ich Drahtsehnen in die Laschen meiner Gürteltasche habe einflechten lassen. Das Rucken am Gürtel schreckte mich aus der Träumerei. Doch ich war nicht schnell genug, den Dieb zu fassen. Nun ja, mein Gold war gerettet. Jedenfalls für den Augenblick...
Mit festem Griff auf meiner Börse, verfolgte ich weiterhin die Darbietung. Inzwischen hatte sich eine Riesenschlange zur Tänzerin gesellt. Wie ein Umhang lag das riesige Tier auf ihren bloßen Schultern.
Schlange und Hexe witterten sich augenscheinlich Aug in Aug und begannen förmlich miteinander zu tanzen. Behaglich wickelte sich der kühle Leib des Reptils um den heißen, schwarzen Körper. Windung für Windung zog sich die Schlange um der gertenschlanken Rippen. Mir stockte schier der Atem als ich bedachte, welch unglaubliches Vertrauen die Tänzerin in das muskulöse Raubtier setzte.
Gewiss war die Würgeschlange vor dem Auftritt gut gefüttert worden. Denn wenn sie zudrückte, war die schwarze Schönheit verloren. Für einen Augenblick sah es tatsächlich so aus, als würde das Tier plötzlich ernst machen. Denn die Schöne taumelte und rang nach Atem. Doch da packte die Hexe das Reptil sicher beim Hals. Das Tier löste augenblicklich seinen mörderischen Griff. Es folgten ein paar Szenen, die selbst für Babilon gewagt waren.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.