Zwar war ihr Körper dauernd in Bewegung, aber es war ein unkontrolliertes, keinesfalls rhythmisches Zucken, es war nicht der Beginn eines Pas de deux, der in vollendeter Harmonie enden würde und dazu diese Laute, die immer röchelnder und kurzatmiger wurden. Er war irritiert, ließ von ihr ab, suchte nicht weiter den Weg in ihr Paradies, fragte sie stattdessen, was denn mit ihr los sei und erst, als er keine Antwort bekam, wurde ihm schlagartig klar, in welch prekärer Lage seine Strohgenossin war. Das, was er als Leidenschaft angesehen hatte, war nichts anderes, als eine schwere allergische Reaktion, ihre wollüstigen Bewegungen waren nichts anderes, als der verzweifelte Kampf gegen Staub und Stroh und Hitze, ihre Ekstase war nichts anderes, als ein Kampf ums Überlegen. Als ihm diese Zusammenhänge im Bruchteil von Sekunden klar wurden, handelte er schnell, entschlossen und genau richtig. Er sprang auf, suchte einen festen Stand in dem losen Stroh, bückte sich, packte die Frau, die kein Leichtgewicht war, an den Oberarmen, zerrte sie hoch, zerrte sie aus dem Stroh, über dem immer noch die verdammte Staubwolke hing, zerrte sie weiter, schleifte sie quer durch die Scheune bis zu dem Tor, das er mit seinem Rücken öffnete. Draußen, in der staubfreien Zone, angekommen, legte er Yuliana, die zwar in eine gewisse Starre verfallen war, aber wie ein Hund hechelte, nackt, wie sie war auf den Boden, in den spärlichen Schatten, den die Scheune bot. Dann eilte er zu dem Auto, griff sich eine Flasche mit Wasser, rannte zurück, kniete sich neben sie und begann ihr Gesicht zu waschen, die Nase den Mund, die Augen zu reinigen und ihr auch Wasser einzuflößen. Der nackte Angstschweiß hatte den Schweiß der sexuellen Erregung mittlerweile völlig verdrängt und voller Panik suchte er Anzeichen, dass sie noch lebte.
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