Hitze, Staub und Liebe

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Hitze, Staub und Liebe

Hitze, Staub und Liebe

Yupag Chinasky

Soweit das Auge reichte eine flimmernde, gleißende Fläche ohne Konturen, ohne deutliche Fixpunkte oder Abwechslungen für das Auge, nur Wiesen und trockene Felder, ganz selten ein verdorrt wirkender Baum, manchmal ein Haus, ganz am Horizont schemenhaft und verwaschen die bläulichen Berge, das Ziel seiner Reise. Er stand am Rande des Dorfs, die Wege endeten hier, keiner führte weiter in die heiße Landschaft hinein, hier waren noch Anzeichen des Lebens, ein paar Gärten, ein Schuppen, aber sonst nicht. Er war hier, weil er eine Pause gemacht hatte, weil die Hitze in seinem billigen Mietwagen ohne Klimatisierung unerträglich geworden war, weil der Staub ihn belästigte, wenn er die Fenster öffnete. Er wollte sich nicht länger quälen, weder der Hitze noch dem Staub länger trotzen. Seine Hoffnung, auf dieser abgelegenen Landstraße an einer Tankstelle vorbeizukommen, an einem Kiosk oder wenigstens einen schattigen Platz mit ein paar Bäumen für eine Rast zu finden, hatte sich nicht erfüllt. Die Gegend war wirklich tote Hose und dazu diese infernalische Hitze des frühen Nachmittags, die alles Leben lahmlegte. Er war froh, als schließlich doch noch die Häuser eines Dorfs auftauchten und er sein Auto in den schmalen Schatten eines größeren Hauses stellen konnte, eines der wenigen aus Stein, die offensichtlich das Zentrum bildeten. Zufrieden stellte er fest, dass es auch noch einen kleinen Laden gab, der zum Glück sogar um diese Zeit der penetranten Mittagsruhe geöffnet war. Es gab nicht viel zu kaufen, aber immerhin Wasser in Plastikflaschen, trockene Kekse und eine Konserve mit Corned Beef, das würde sein Mittagessen für heute sein. Nein, eine Kneipe gäbe es hier nicht, beschied ihm die wortkarge alte Frau hinter der Theke, und sie habe nur noch süße warme Limonade, das Bier sei leider ausgegangen und der Kühlschrank kaputt. Nach dem kargen Mahl in seinem immer noch aufgeheizten Auto beschoss er, sich wenigstens die Füße zu vertreten und die größte Hitze abzuwarten, bevor die Reise weiterging, in Richtung Berge, in Richtung Kühle, nach der er sich mehr denn je sehnte.

Das Dorf hatte nur wenige Straßen, die meisten Häuser waren klein, hässlich, unscheinbar, aus Holz zusammengezimmert, nur in der Mitte diese wenigen größeren aus Steinen, aber die waren natürlich alle privat und verschlossen. Was hätte er dafür gegeben, sich in einem schattigen Raum und sei es nur ein Flur oder gar in einem Hof unter ausladenden Bäumen zu erholen, dazu ein kühles Bier und vielleicht auch noch eine Unterhaltung mit einem netten Menschen, sich erkunden, wie man hier nur leben kann. Aber es gab keine Höfe und keine Bäume und um diese Zeit auch keine Menschen auf der Straße, niemand den er hätte ansprechen oder fragen oder um etwas bitten können. So war er schließlich eine Straße rauf, die andere runter gegangen und dann noch das kurze Stück bis zum Rande der Ansiedlung und nun starrte er in die staubige, dunstige Ferne und auf einmal war er sich gar nicht mehr sicher, ob die verschwommenen Berge nicht doch nur eine Fata Morgana, ein bloßes Hirngespinst waren, eine Einbildung in seinem Kopf, der auch so langsam auszutrocknen schien. Weiter in diese schattenlose Einöde hinauszugehen, weiter der gleißenden Sonne schutzlos ausgesetzt zu sein, war Wahnsinn, was hatte er davon. Er war schon im Begriff zu seinem Auto zurückzukehren, das mittlerweile im Schatten vielleicht eine erträgliche Temperatur angenommen hatte, um dort noch eine Weile auszuharren und sich zu erholen, als er doch noch etwas sah, das ihn interessierte.

In einiger Entfernung, an einen der wenigen Gartenzäune gelehnt, der bereits teilweise eingefallenen war, stand eine Frau und schaute zu ihm herüber. Sie war zu weit weg, als dass er ihr Gesicht genauer hätte erkennen können, aber ihre Figur sah er sehr wohl. Eine noch junge Frau mit einer ziemlich kompakten Gestalt, mit ausgeprägten Brüsten, einem aufregenden Hintern, strammen Beinen und nackten Armen. Die sinnlichen Proportionen, diese typischen weiblichen Merkmale, die ein Mann wahrnimmt, wenn eine potentielle Gefährtin sein Sichtfeld kreuzt, fielen ihm sofort auf. Selbst auf die Entfernung sah er, dass sie ein sehr enges, sehr kurzes Kleid mit buntem Muster trug, das ihre Kurven betonte und sie allein schon deshalb ziemlich attraktiv erscheinen ließ. Ihre Haut war ein angenehmes, helles Braun und die offenen, schwarzen Haare bedeckten zum Teil ihr Gesicht. Während er sie anstarrte, war sie ständig damit beschäftigt, sie zu ordnen und aus dem Gesicht zu streichen. Was er sah, war ausreichend, um trotz dieser Hitze seine Aufmerksamkeit weiter zu erregen und umgekehrt schien es ebenso zu sein. Denn als die Frau merkte, dass er sie seit geraumer Zeit anschaute, bewegte sie sie ihren Körper ganz leicht, aber deutlich lasziv, wippte mit den Hüften, streckte den Busen noch weiter vor und bemühte sich offensichtlich, ihn weiter zu fesseln. Er belohnte ihr Bemühen, indem er hier freundlich zuwinkte und einen Arm mit hochgerecktem Daumen in ihre Richtung ausstreckte. Sie verstand die Geste als Einladung und setzte sich prompt in Bewegung, kam mit einem ebenfalls lasziven, ihre Figur und ihre Absicht betonenden Gang auf ihn zu, musste wegen der Zäune ab und zu die Richtung ändern, kam aber in seine Richtung und war offensichtlich gewillt, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Als sie nahe genug war, um nicht nur das billige Blumenmuster auf ihrem Kleid, sondern auch ihr Gesicht deutlich zu erkennen, meinte er als Erstes ihr Alter revidieren zu müssen. Er hatte sie aus der Ferne auf Mitte zwanzig geschätzt, sie war aber bestimmt älter, vielleicht zehn Jahre oder sogar mehr. Ihr Gesicht war ziemlich hübsch, volle Lippen, schmale Nase, hohe Stirn, zeigte aber deutliche Spuren eines anstrengenden Lebens auf dem Lande. Harte Falten hatten sich um den Mund eingegraben und ihre Haut schien nicht mehr so sanft und geschmeidig zu sein, wie die eines Teenagers. Aber ihre dunklen Augen mit den langen Wimpern und den ausgeprägten Brauen gefielen ihm. Die Frau schaute ihn sehr freundlich an, und als sie ihn endlich erreicht hatte, streckte sie ihm ihre Hand entgegen, drückte die Seine recht kräftig und stellte sich als Yuliana vor.

Was er hier mache, in diesem Kaff, um diese Zeit, an diesem Ort. Es war das Übliche, was man bei einer Begegnung zunächst wissen will, aber sie blieb nicht lange beim Unbestimmten, denn nachdem er ein paar unpräzise, zurückhaltende Angaben gemacht hatte, kam sie gleich zum Kern ihres Anliegens, ohne weiteres Vorgeplänkel, ohne sich mit weiterem Small Talk abzumühen. Ob sie ihm gefalle, wollte sie wissen und wiegte sich wieder in den Hüften, reckte ihren Busen in seine Richtung, wie schon am Zaun, nur dass sie ihn diesmal direkt anschaute und fast berührte und er ihren Schweiß und ein billiges Parfüm roch, einen Duft, der nur von einer Frau kommen konnte. Ob er keine Lust auf etwas Trallala habe, fragte sie weiter, nun schon ganz direkt, wobei sie offen ließ, was sie unter Trallala verstand. Aber ihm war trotzdem völlig klar, was sie wollte und auch sie merkte, dass er sie verstanden hatte. Sie fuhr fort, es sei einsam hier, ihr sei langweilig und es sei sehr heiß und bei dieser Hitze müsse man selbst auch heiß werden, er wisse doch, was sie meine. Wieder wartete sie einen Moment und beobachtete ihn scharf. Ihn müsse Gott persönlich geschickt haben, um sie abzulenken und aufzuheitern und aufzumuntern und um sie aus dieser verdammten, heißen Langeweile zu erlösen und sei es nur für kurze Zeit, für eine Stunde oder so. Jetzt schaute sie ihn völlig unverhohlen an und er glaubte in ihren dunklen Augen, in diesen schwarzen, unergründlichen Teichen, eine nur mühsam beherrschte Gier zu erkennen. Man kann nun nicht sagen, dass er gegenüber weiblichen Reizen unempfindlich gewesen wäre, schließlich war er ein Mann im besten Alter, man kann auch nicht sagen, dass diese Frau keinen starken sexuellen Reiz ausgelöst hätte, so kurvig und sexy wie sie war und ihn dazu so direkt und eindeutig anmachte. Aber es war nun mal heller Tag und dazu noch die heißeste Stunde und er wollte sich ja eigentlich ausruhen, um dann mit frischen Kräften weiterzufahren. Aber nicht nur sein Schwanz regte sich, auch in seinem Hirn hatten sich schon ganz andere Gedanken breitgemacht und formulierten die Frage, wo denn ein solches Schäferstündchen stattfinden könnte. Als ob sie Gedanken gelesen habe, erklärte sie, dass es in ihrer Wohnung leider nicht gehe, dass sie ihn dorthin nicht mitnehmen könne. Sie sei zwar nicht gebunden, obwohl immer noch verheiratet, aber ihr Mann habe sie verlassen, er sei mit einer anderen, einer jüngeren durchgebrannt und habe sie und zwei Töchter einfach sitzen lassen und ihr seitdem nichts mehr zukommen lassen, keine Liebe, keine Unterstützung einfach gar nichts. Sie wohne wieder bei ihrer Mama, die auch auf die Töchter aufpasse, aber die Mama dulde nicht, dass fremde Männer in das Haus kämen. Aber sie sei ja noch jung und eine junge Frau habe nun mal Bedürfnisse, das wisse er doch auch, und gerade jetzt habe sie große Lust, weil sie schon lange keinen Mann mehr gespürt habe und endlich Liebe haben wolle. Sie wurde dann noch deutlicher und sagte, sie wolle, dass er sie ficken solle. Und dann wurde sie auch in anderer Hinsicht endlich deutlicher und sprach aus, was er schon erwartet hatte. Sie wolle, dass er ihr dafür ein Geschenk mache, etwas Geld, das sie dringend bräuchte, denn wo und wie sollte man hier in der Einöde an Geld kommen. Sie wolle nicht viel und es läge an ihm, was er lockermachen könne, aber er gäbe ihr doch etwas oder nicht? Der Mann, immer noch perplex über die direkte Attacke dieser sinnlichen Frau, war nicht überrascht, nickte und meinte, Geld sei kein Problem und ja, warum nicht, sie sei jung, hübsch und sexy, aber wo könne man sich denn hier in Ruhe, nun ja, vergnügen? Sie lachte, ein gurrendes, kehliges Lachen, dass durchaus zu ihrem Typ passte und seine Erregung weiter steigerte. Eine Frau mit dieser Stimme hatte bestimmt noch weitere ungeahnte Qualitäten, schoss es ihm durch den Kopf und er spürte, wie seine Erregung weiter zunahm, wie sein Fleisch wuchs und fester wurde. Er habe doch ein Auto, fragte Yuliana, ohne Auto könne man doch gar nicht hierher kommen. Sie kenne einen Platz in der Nähe, eine alte Scheune, wo sie ungestört seien und mit wie viel sie denn rechnen könne. Dann kam sie wieder auf sich zu sprechen, sie sei keine Hure, bestimmt nicht, das solle er bloß nicht denken. Sie sei eine anständige, verheirate Frau mit zwei Kindern, aber sie habe nun mal auch ihre Bedürfnisse und ein Recht darauf, dass diese befriedigt würden und er gefiele ihr, mit ihm würde sie gerne Liebe machen, aber es sei nun mal so, dass ihr nicht nur die Liebe entbehren müsse, sondern ihr würde auch das Geld fehlen, um anständig leben zu können. Er murmelte eine Zahl, aber das, was er anbot, war definitiv zu wenig. Dafür, sagte sie kategorisch, würde sie die Beine nicht breitmachen, dafür würde sich selbst die kleinste Fahrt nicht lohnen. Er müsse schon etwas großzügiger sein, aber er könne sicher sein, dafür gute Arbeit zu erhalten, sie sei gut und ausgehungert und bereit, ihm alles zu geben und er könne alles mit ihr machen, alles was er wolle, alles, von dem er bisher nur geträumt habe. Sie sei sehr gut, betonte sie noch einmal, und ihre Hormone würden sie verrückt machen bei dieser Hitze und er könne sie befriedigen und jetzt solle er kommen und mir ihr zu seinem Auto gehen, nein besser, er solle es holen und hier herkommen, denn es gäbe immer Augen hinter den Fensterläden und sie müsse auf ihren guten Ruf achten. Über das Geschenk würden sie sich bestimmt einig werden, das sei kein Problem, er solle sich aber beeilen, denn sie hielte es kaum noch länger aus.
Und aufs Neue war er irritiert, sowohl von ihrem großen Verlangen als auch von ihrem direkten Vorgehen. Er führte ihr Verhalten auf die lange Entbehrung zurück, die sie anscheinend hatte erleiden müssen, auf die Hitze, die ihre Hormone aufmischte und auf ihren dringenden Wunsch, an Geld zu kommen. Letztere störte ihn in keiner Weise, man muss das Leben nehmen, so wie es ist, war seine Philosophie, jeder muss auf seine Weise damit zurechtkommen und es lag ihm fern, jemanden aus moralischen Gründen zu verurteilen. Er nickte wieder, um zu bestätigen, dass das Geschenk auch für ihn kein Problem sei, ging zurück zu seinem Auto und hielt schon nach kurzer Zeit neben Yuliana, die ihn ungeduldig erwartete. Noch während sie ihm erklärte, wie er fahren müsse, um zu dieser leeren, alleinstehenden Scheune zu gelangen, begann sie, an ihm herumzufummeln. Ihre tastende Hand suchte zwischen seinen Schenkeln und ihr feuchter Mund küsste seinen nackten Oberarm. Ihre Zunge leckte den Schweiß auf seiner Haut, dabei schnurrte sie wie eine Katze, voller Lust, voller Verlangen. Was sie tat, gefiel ihm durchaus, obwohl sie ihn ablenkte und er sich auf die schlechte Straße konzentrieren musste. Zum Glück gab es keinen Verkehr und seine Karre konnte gar nicht schnell genug fahren, um einen schweren Unfall zu verursachen. Es war auch kein Problem, sie nur mit der linken Hand zu steuern. Das tat er auch und seine Rechte fand, völlig ungehindert und sehr willkommen, das, was sie suchte, die prallen Brüste und den intimen Bereich zwischen ihren leicht geöffneten Schenkeln, das Kleid hatte sie schon von selbst weit nach oben geschoben. Sein Gefummel gefiel ihr offensichtlich, sie gurrte nun auch und ihr Hintern rutschte hin und her und auch er signalisierte ihre dringenden Bedürfnisse. Obwohl ihm das wechselseitige Gefummel durchaus Vergnügen bereitete, sagte er ihr schließlich doch, sie solle aufhören, da er sonst sein ganzes Pulver jetzt schon verschießen würde und das sei doch schade, weil er ihr noch mehr Vergnügen zukommen lassen wolle, in dieser alten Scheune oder wo auch immer, aber nicht jetzt, beim Fahren. Sie verstand sofort, lachte und meinte, er sei doch noch jung und könne bestimmt mehrfach schießen, aber sie begnügte sich dann, ihre Hand auf seinen Oberschenkel zu legen und diesen von Zeit zu Zeit zu drücken. Statt ihn weiter anzumachen, redete Yuliana nun. Sie wisse zwar, dass es das Haus gäbe und auch wo es sei, aber sie selbst sei noch nie dort gewesen. Wozu auch, um allein dort hinzufahren, dafür gäbe es keinen Grund. Wenn sie Lust auf einen Mann habe, auf einen aus dem Dorf, würden sie sich nachts in den Gärten treffen und sich im Freien lieben, schnell und unkompliziert und immer gegen cash, aber jetzt sei es nicht Nacht und deswegen habe sie an die alte Farm gedacht. Sie sei aber auch noch nie mit einem Ausländer dort gewesen, wann kämen schon Ausländer in das elende Kaff und wenn, dann bestimmt nicht, um sie zu ficken. Dabei lachte sie und griff rasch und beherzt wieder an seinen Schwanz, um sich zu vergewissern, dass er immer noch bereit sei. Er war es, wenn auch nicht mehr so, dass er jederzeit hätte explodieren können. Das leichte Abschlaffen entging ihr nicht und sie frage besorgt, ob er sie immer noch ficken wolle, und drückte erneut das Objekt ihrer Begierde, als wäre es der Schaltknopf für die Spielchen, die bald stattfinden würden. Auch die Frage nach ihrem Alter, die ihn umgetrieben hatte, war inzwischen geklärt, ohne zu zögern, hatte sie gesagt 25, und dass sie mit 18 geheiratet habe und dass sie mit 21 verlassen worden war, der falsche Mann, ein Idiot, aber so seien die Männer, er natürlich nicht, fügte sie kichernd hinzu.

Dann hatten sie ihr Ziel erreicht, ein ehemaliges Farmhaus mit einer halb verfallenen Scheune daneben. Sie waren von der größeren Straße auf einen holperigen Feldweg abgebogen, es war in der Tat ein sicherer Platz, weil bei dieser Hitze kaum jemand auf die Idee kommen würde, ausgerechnet hier etwas suchen zu wollen. Yuliana fragte, ob es in Ordnung sei, er nickte nur und hielt dann vor dem Haus, auch hier wieder in dem kleinen Schattenbereich, den die hochstehende Sonne zuließ. Das Farmhaus sah noch ganz gut aus und die Haustür war sogar verschlossen, als er daran rüttelte. Das Dach der Scheune dagegen musste wohl von einem der schweren Stürme, die von Zeit zu Zeit über das flache Land rasten, beschädigt worden sein, es war jedenfalls nur noch zur Hälfte vorhanden. Sie hielten sich nicht lange damit auf, das Wohnhaus zu erkunden, es war verlassen und so weit man es durch die Fenster beurteilen konnte, gab es auch keine Hinweise, dass sich hier jemand aufhielte. Sie wandten sich dann der Scheune zu. Deren Tür war halb offen, und wenn man sie ein wenig auf die Seite drückte, konnte man eintreten. Ein Teil der Scheune, der ohne Dach, war früher wohl ein Stall gewesen und in dem Teil mit Dach, lag sogar noch eine Menge trockenes Stroh auf einem Haufen, wie für sie geschaffen. Yuliana erkannte das sofort und jubelte, „dort ist unser Bett, wie schön.“

Aber noch standen sie mitten in der Scheune, und bevor Yuliana anfing, wieder an ihm herumzufummeln, wollte sie das versprochene Geld haben. Sie war anscheinend misstrauisch und hatte dafür wohl ihre Gründe. Zufrieden steckte sie den Schein in ihren BH, an den einzigen Platz, an dem er halbwegs sicher war. Dann umarmte sie ihn und begann ihn zu küssen und er musste anerkennen, dass sie ihre Sache wirklich gut machte. Vielleicht war es auch nur die lange Entbehrung, die Zeit ohne Mann, jedenfalls bewegte sich ihre Zunge rastlos in seinem Mund, forderte die Seine zu gemeinsamen Spielen auf, fuhr hinein und wieder heraus, leckte zwischendurch sein verschwitztes Gesicht ab, ihr schien Schweiß zu schmecken, und versuchte dann, die Tiefe des Raumes zu ergründen, drang in seinen Rachen ein, versuchte gar seine Kehle zu erreichen, es war, als wollte sie so tief eindringen, wie es noch nie eine Zunge geschafft hatte. Dann wieder tastete sie jeden einzelnen seiner Zähne ab und ihr vollen Lippen versuchten allen Speichel aus seinem Mund zu saugen. Auch er war nicht untätig, musste aber einsehen, dass Yuliana ihm bei Weitem überlegen war, nicht nur was Phantasie und Erfindungsreichtum betraf, sondern auch in Ausdauer und Geschick beim Küssen und beim Zungenspiel. Obwohl er manchmal fast würgen musste, genoss er diese brillante Ouvertüre ihres Liebesspiels, bei der er sich ziemlich hinabbeugen musste. Er war ein großer Mann, sie eine ziemlich kleine Frau, wie so viele in dieser Gegend, aber diese leichte Verrenkung war kein Problem, sie schmälerte den erotischen Genuss in keiner Weise.

Während Yuliana ihn intensiv und ausdauernd küsste, blieben weder ihre Hände noch ihr Körper untätig. Sie presste ihren großen Busen an seine Brust und ihren Unterleib an seine Oberschenkel. Ihre Hüften führten wieder diese leicht rotierenden, lasziven Bewegungen aus, die er schon am Gartenzaun beobachtet hatte. Mit den Händen suchte sie seine erogenen Zonen, um ihn wieder zu stimulieren und auf das vorzubereiten, was beide anstrebten, was aber, um des erhöhten Vergnügens willen, möglichst hinausgezögert werden musste. Ihre Hände hatten deswegen keineswegs den direkten Zugang zu seinem Glied gesucht, das dennoch deutlich an Statur zugelegt hatte, sie waren vielmehr unter sein Hemd gekrochen und bearbeiteten seine Brustwarzen, die unter den kundigen Fingern härter und größer wurden. Aus genau demselben Grund, und weil er in dieser stehenden Position auch gar nicht viel mehr machen konnte, fuhr er mit beiden Händen unter den Saum ihres Kleides und knetete ihre festen Hinterbacken, die sich in ihrer kreisenden Rotation aber nicht beirren ließen. Dann gab es eine Pause bei ihrem Dauerkuss und auch eine Art Stellungswechsel. Sie zog ihm das Hemd aus, während er ihr buntes Kleid öffnete, dass vorn mit einigen kleinen Knöpfen die Fülle in ihrem Dekolleté bändigte, streifte es über die breiten Hüften und die ansehnlichen Oberschenkel nach unten, wo es schließlich auf dem staubigen Boden liegen blieb. Nun konnte er kurz ihre Unterwäsche in Augenschein nehmen. Sie bestand aus einem verschlissenen, ehemals weißen BH mit Körbchen, die, obwohl ziemlich groß, die überquellenden Massen ihrer Brüste nicht vollständig aufnehmen konnten, ihr weiches Fleisch trat über die Ränder. Der Slip von undefinierter grauer Farbe und mit einem gestickten Saum hatte wohl auch schon einmal bessere Tage gesehen, denn er wies ein paar Löcher auf, die nicht zur Verzierung gehörten. Weil er vorne ziemlich schmal war, sah man zu beiden Seiten die dichten, dunklen Haare ihres Intimbereichs. Yuliana hatte sich nun entschlossen, seine Brustwarzen mit ihrem Mund zu bearbeiten. Ihre überbewegliche Zunge umkreiste die kleinen Hügel, ihre vollen Lippen saugten an ihnen und ihre tadellosen, weißen Zähnen nagten leicht an diesen spärlichen Resten der embryonalen Weiblichkeit, die bei ihr vermutlich besonders ausgeprägt und sensibel waren. Genau das wollte er wissen und hatte nun auch eine bessere Möglichkeit sich um Yulianas überbordende, überquellende, grandiose Brüste zu kümmern. Er betastete die vom Schweiß glänzende Haut, drückte das weiche, nachgebende Fleisch und versuchte ihre Brustwarzen, die sich schon steif anfühlten, aus den Hüllen der Körbchen zu holen, um auch ihnen das zukommen zu lassen, was die seinen gerade genossen. Yuliana zuckte jedoch bei der ersten Berührung ihrer Titten leicht zusammen, ließ einen Moment von ihrem Tun ab und kicherte, sie sei kitzelig. Dann fügte sie noch lachend hinzu, er solle ja nicht auf die Idee kommen, sein Geld wieder zu klauen, sie würde das sofort merken. Dann konzentrierte sie sich wieder auf die orale Bearbeitung seiner inzwischen angeschwollenen Brustwarzen, während er nun die ihren mit seinen Fingern bearbeite, an ihren zupfte, sie rieb, sie eindrückte und damit jedes Mal ein leichtes Beben bei Yuliana hervorrief. Er hätte diese exponierten Punkte ihrer Weiblichkeit auch gerne geküsst und mit dem Mund liebkost, aber das war angesichts der Stellung, in der sie sich noch immer befanden, kaum möglich und so waren es weiterhin seine Finger, die immer wieder ein leises Zucken bewirkten, weniger wegen ihrer der zunehmenden Leidenschaft, sondern weil sie einfach sehr kitzelig war.
Dann wurde es ernst. Yuliana ließ von seinem Oberkörper ab und wandte sich seinem Unterkörper zu. Als sie seine Hose öffnete, stellte sie mit einem kleinen, jubelnden Aufschrei fest, dass sein Glied nun die Größe angenommen hatte, die sie sich erhofft hatte. Rasch ließ sie die Hose auf den Boden gleiten und ohne lange zu zögern, folgte auch die Unterhose, dann kniete sie sich vor ihn hin, ungeachtet des allgegenwärtigen Staubs, und nun fingen ihre kundige Zunge und ihre vollen Lippen an, sein bestes Stück zu bearbeiten, daran zu saugen und zu lutschen, es voll in den Mund zu nehmen, es mit reichlich Speichel zu benetzen. Mit ihren rastlosen Händen betastete sie seine Eier, um auch von dort aus nachzuhelfen, um die schon nicht unerheblich Größe seiner Männlichkeit weiter zu steigern und die mittlerweile beträchtliche Härte noch mehr zu festigen. Ihm blieb während dieser Phase des Vorspiels nur übrig, mit seinen Händen in ihren vollen Haaren zu wühlen und sich auszumalen, wie es wäre, wenn er sie auch vollends ausziehen könnte, um endlich diese Brüste in ihrer Gänze und Schwere zu sehen und damit zu spielen und auch den schwarzen Wald, der ihre Möse vermutlich völlig umgab, zu erkunden. Aber noch war es für ihn nicht so weit, noch war Yuliana an der Reihe, aber das, was sie tat und vor allem was er spürte, war sehr, sehr angenehm. Sie hatten ja reichlich Zeit und er würde schon noch zum Zug kommen, seine Aktivität würde von ihr sicher noch stärker gefragt sein, und so blieb er ruhig stehen, wie ein Fels in der Brandung. Und diese Brandung bewegte sich heftig, ihr Kopf bewegte sich vor und zurück, ihr Körper zuckte, die breiten Schultern bebten, die vollen Brüste wippten, der stramme Hintern rotierte nun heftiger denn je, es schien eine Bewegung zu sein, die sich verselbstständigt hatte, am Gartenzaun, sogar als sie im Auto saß bewegte sich ihr Hintern, besonders als sie sich küssten und nun ebenfalls, als sie im Staub kniete und sich voller Hingabe seinem Geschlecht widmete.

Als er schon glaubte, dass Yuliana es darauf anlegt hatte, ihn nur oral zu befriedigen und gar nicht mehr von ihm wollte, als nur seinen Schwanz in ihrem Mund, hörte sie auf, spuckte all die Flüssigkeit, die sich in ihrem Mund angesammelt hatte, kräftig aus und zog ihn, ohne ein Wort zu sagen, in Richtung des Strohhaufens. Noch im Gehen löste sie den Verschluss ihres BHs und es waren in der Tat etliche Pfunde, die nun an ihr herunterhingen. Die Brustwarzen waren groß und dunkel und steil und der Hof um sie herum war von zahlreichen kleinen Erhebungen verziert. Auch den Slip hatte sie rasch abgestreift und was er schon geahnt hatte, traf auch hier zu, der dunkle Wald umgab ihr Venusdreieck in einer solchen Dichte, dass man nichts darunter erkennen konnte, keine Schamlippen, keinen Spalt, ja der gesamte untere Teil ihres ziemlich ausgeprägten Bauchs war eine einzige Urwaldlandschaft, ein schier undurchdringliches Gebüsch und er fragte sich, ob und wie er dort eindringen könne. Aber zum Nachdenken blieb ihm nicht viel Zeit und leider auch keine Gelegenheit ihren nackten Körper weiter zu erforschen und zu ertasten und zu erregen und den finalen Akte durch seine tatkräftige Mithilfe vorzubereiten. Er hätte zu gerne sich selbst noch etwas mehr Lust verschafft, durch seine Hände und seinen Mund, um nicht nur das hinzunehmen, was sie ihm gab. Aber daraus wurde nichts, denn Yuliana, kaum dass sie an dem Strohhaufen angekommen war und ihre Unterwäsche auf dem Boden lag, flehte ihn nun an, er solle kommen, er solle sich beeilen, sie hielte es nicht länger aus. „Fick mich“, schrie sie, „fick mich sofort, worauf wartest du noch. Komm endlich, mein Hengst, mein Hai, mein Hahn, fick mich, gib mir deine Milch, hörst du, ich will deine Milch.“

Nach dieser eindeutigen Aufforderung ließ sie sich mit einem Lustschrei rücklings auf das alte, staubtrockene Stroh fallen und machte noch im Fallen ihre Beine breit. Sie wäre auf dem Stroh in der perfekten Position gewesen, für ihn wäre sozusagen alles angerichtet gewesen, wenn nicht, ja wenn nicht das Desaster passiert wäre. Der Fall setzt eine mächtige Wolke an Staub frei und diese bewirkte leider nichts Gutes. Zunächst litt er. Weil sie ihn bis zum Strohhaufen mitgezogen hatte und seine Hand nur losgelassen hatte, um sich ihrer Wäsche zu entledigen, stand er nun dicht vor dem Strohhaufen und war ein wenig verstimmt, weil er sie nicht mehr befummeln konnte, weil sie offensichtlich wollte, dass er gleich in sie eindrang. Aber die Verstimmung wurde sofort von der Staubwolke verdrängt, die ihn einhüllte und all das verursacht, was trockener Strohstaub in Verbindung mit großer Hitze bei einem Menschen auslösen kann. Der Staub drang in seine Nase, in seinen Mund, in die Bronchien und die Lunge. Er musste gleichzeitig husten und niesen, spucken und rotzen. Der Staub legte sich auf seine Augen, die anfingen zu tränen und zu brennen, es bildete sich eine schmierige Schicht, die verhinderte, dass er klar sehen konnte. So war es kein Wunder, dass er nach dieser völlig unerwarteten Attacke erst einmal mit sich selbst beschäftigt war. Er braucht einige lange Sekunden, um sein Umfeld wieder halbwegs wahrnehmen zu können. Der Staub hatte seine Erregung jedoch nicht geschmälert und die Frau hatte ja laut genug geschrien, dass er sofort loslegen solle. Und so kniete er sich zwischen die breit geöffneten Beine, um den Akt mit ihr wie gewünscht zu vollziehen. Um sich auf eine kompakte, gut proportionierte Frau zu legen, die sich in Erwartung seiner Penetration voller Lust unter ihm räkelte und wandte, ihren wollüstigen Körper hob und senkte, ihn, zwar ohne Worte, denn sie stöhnte nur und stieß gutturale Laute aus, aber mit allen sonstigen Anzeichen einer beginnenden Ekstase, eines beginnenden Orgasmus empfing. Als er auf ihr lag, suchten und fanden nun seine Hände die Orte, die er noch nicht hatte erkunden können, die ihm bisher quasi verwehrt gewesen waren. Er berührte und drückte ihre Brüste, ihre Hüften, ihren Hintern, nur seine Sicht war immer noch nicht klar wegen des verdammten Staubs. Da er immer noch hustete und schniefte, was weder für ihn noch für die Frau, die unter ihm lag, angenehm sein konnte, wäre es wohl besser gewesen, den Akt zu unterbrechen, eine Pause zu machen, aber er war nun mal in Rage und sie ganz offensichtlich auch. Sie war sogar noch viel mehr in Ekstase als er, so heftig, wie sie sich wand und aufbäumte, wie ihr Körper regelrecht auf dem Stroh tanzte. Er konnte ihren Leib kaum bändigen, ihn kaum betasten, geschweige, dass seine gierigen Händen den Eingang in dem dichten Wald finden konnten. Er wäre wirklich froh gewesen, wenn sie mit den ihren, ihm den richtigen Weg gewiesen hätte. Aber das tat sie nicht. Stattdessen zuckte ihr Körper weiterhin nur und sie röchelte und auf einmal merkte er, dass dies keine Lustschreie waren, die sie ausstieß, überhaupt war ihr Verhalten reichlich seltsam. Zwar war ihr Körper dauernd in Bewegung, aber es war ein unkontrolliertes, keinesfalls rhythmisches Zucken, es war nicht der Beginn eines Pas de deux, der in vollendeter Harmonie enden würde und dazu diese Laute, die immer röchelnder und kurzatmiger wurden. Er war irritiert, ließ von ihr ab, suchte nicht weiter den Weg in ihr Paradies, fragte sie stattdessen, was denn mit ihr los sei und erst, als er keine Antwort bekam, wurde ihm schlagartig klar, in welch prekärer Lage seine Strohgenossin war. Das, was er als Leidenschaft angesehen hatte, war nichts anderes, als eine schwere allergische Reaktion, ihre wollüstigen Bewegungen waren nichts anderes, als der verzweifelte Kampf gegen Staub und Stroh und Hitze, ihre Ekstase war nichts anderes, als ein Kampf ums Überlegen. Als ihm diese Zusammenhänge im Bruchteil von Sekunden klar wurden, handelte er schnell, entschlossen und genau richtig. Er sprang auf, suchte einen festen Stand in dem losen Stroh, bückte sich, packte die Frau, die kein Leichtgewicht war, an den Oberarmen, zerrte sie hoch, zerrte sie aus dem Stroh, über dem immer noch die verdammte Staubwolke hing, zerrte sie weiter, schleifte sie quer durch die Scheune bis zu dem Tor, das er mit seinem Rücken öffnete. Draußen, in der staubfreien Zone, angekommen, legte er Yuliana, die zwar in eine gewisse Starre verfallen war, aber wie ein Hund hechelte, nackt, wie sie war auf den Boden, in den spärlichen Schatten, den die Scheune bot. Dann eilte er zu dem Auto, griff sich eine Flasche mit Wasser, rannte zurück, kniete sich neben sie und begann ihr Gesicht zu waschen, die Nase den Mund, die Augen zu reinigen und ihr auch Wasser einzuflößen. Der nackte Angstschweiß hatte den Schweiß der sexuellen Erregung mittlerweile völlig verdrängt und voller Panik suchte er Anzeichen, dass sie noch lebte. Er legte sein Ohr auf ihren Mund, versuchte ihr Herz zu fühlen, was wegen der schweren Brüste nicht gelang, stattdessen suchte er ihren Puls, und als er den endlich fand und somit wusste, dass sie noch lebte, ergriff ihn eine große Freude und Erleichterung. Sie war schon bald nicht mehr so starr, hatte auch aufgehört zu hecheln und er vermutete, dass sie ohnmächtig geworden war. Um ihre Atmung zu verstärken, kniete er sich über sie und drückte mit seinen Händen ihren Brustkorb, wollte das anwenden, was er vor Jahren für solche Notfälle gelernt hatte. Aber ihre Büste behinderten diese Technik und so legte er seinen Mund auf den ihren und hauchte ihr seinen Atem ein, seinen heißen Atem, den er stoßweise übertrug, denn er war immer noch sehr erregt, wenn auch anders als noch vor ein paar Minuten. Er belebte sie mit der Luft, die aus seinem Körper kam und so erhielt sie doch noch etwas von ihm, wenn es auch nicht die ersehnte Milch, also den Samen, mit dem sie ihr aufgestautes Verlangen hatte befriedigen wollen. Von Verlangen war natürlich keine Rede mehr, aber als er merkte, dass sie wieder regelmäßig atmete, nahm er an, dass die Ohnmacht wohl doch nur eine starke Erschöpfung gewesen war und dass sie die Staubattacke nun glimpflich überstanden hatte. Er ließ er von ihr ab und erst jetzt rekonstruierte er noch einmal das fatale Ereignis und bedauerte durchaus das rasche, nicht eingeplante Ende dieser unerwartet kurzen Liebesbeziehung.
Nach einer Weile stand er auf, sammelte in der Scheune die herumliegenden Kleidungsstücke auf, zog sich selbst an und kehrte mit BH, Slip, Kleid und Sandalen und auch mit dem Geldschein, der im Staub gelegen hatte, zu Yuliana zurück. Sie war immer noch sehr ruhig, das Leben war wieder da und als sie die Augen schließlich aufschlug, sah sie ihn erstaunt und fast ungläubig an, so als erkenne sie ihn nicht und wisse auch nicht, in welcher Situation sie sich befand. Dies veranlasste ihn, wieder zu der anfänglichen Vermutung zurückzukehren, dass sie wohl doch ohnmächtig gewesen war, aber das spielte nun keine Rolle mehr. Er fragte, wie sie sich fühle und erklärte ihr dann, was vorgefallen war, danach wollte er wissen, ob und an was sie sich erinnern konnte. Sie erinnerte sich sehr wohl daran, dass sie kurz davor gewesen waren, sich zu lieben und dass sie sich auf das Stroh geworfen hatte, um ihn zu empfangen, wie sie sich ausdrückte, aber danach fehlten ihr einige Sekunden oder gar Minuten. Sie sei erst wieder bei sich gewesen, als er sie auf den Mund geküsst hatte, diese Küsse habe sie deutlich gespürt und das sei sehr schön gewesen, beteuerte sie. Als Nächstes wollte er wissen, ob sie schon früher Problem mit Stroh oder Staub gehabt habe oder ob sie unter Allergien litt. Sie sagte, Nein, so etwas habe sie noch niemals erlebt, aber sie hätten kein Stroh zu Hause und deswegen wisse sie das nicht so genau. Aber sie wisse, dass sie Heuschnupfen habe, der sie oft plagen, aber so etwas wie hier, nein, das habe sie noch nie erlebt. Er holte eine zweite Flasche mit Wasser aus dem Auto, nötigte sie, zu trinken, setzte sich wieder neben sie und wischte mit seinem Taschentuch den grau-schwarzen Staub aus ihrem Gesicht. Dann fragte er, was sie jetzt tun sollten, ob sie sich anziehen wolle und er sie dann nach Haus bringen solle, zu ihrer Mama. Sie richtete erst ihren Oberkörper auf, setzte sich dann auf den Boden und sagte sehr langsam, aber sehr bestimmt, dass sie das nicht wolle. Sie sei ihm schließlich noch was schuldig, ja mehr noch, er habe ihr das Leben gerettet und deswegen sei sie ihm ewig dankbar. Das Geld, sie wies auf den Schein, der auf ihrem BH lag, könne er natürlich wieder nehmen. Er wehrte ab, das komme nicht infrage, sie brauche das Geld, und dass ihr Abenteuer so enden würde, das habe niemand ahnen können. Aber sie war mit ihren Überlegungen noch nicht fertig. Sie trank einen tiefen Schluck aus der Flasche, dann sah sie ihn an und sagte, unsicher und stockend, aber durchaus deutlich, wenn er wolle und wenn er könne, dann könnten sie da weitermachen, wo sie unterbrochen worden waren, aber nicht in der verdammten Scheune, sondern hier auf dem Erdboden, das sei zwar unbequem, aber machbar. Dann korrigierte sie sich, nein weitermachen könnten sie nicht, sie müssten noch einmal von vorne anfangen, in Ruhe und mit großer Freude. Er war schon wieder verblüfft, aber er leistete keinen Widerstand, als sie ihn umarmte und ihren Mund öffnete, damit die kleine, emsige rote Eidechse, ihre unermüdliche Zunge, beginnen konnte, die ihr schon vertraute Höhle erneut zu erobern.

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Gedichte auf den Leib geschrieben