Hochmut kommt vor dem Fall

Josie

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Hochmut kommt vor dem Fall

Hochmut kommt vor dem Fall

Gero Hard

Muss ich noch erwähnen, dass der Bildschirm, zusammen mit dem Knall, schwarz wurde? Auf jeden Fall war er’s, und auch der Ton war weg.
Der blöde Kasten hatte also kurz nach Ablauf der Garantie seinen Geist aufgegeben. Hätte ich doch lieber den etwas teureren Fernseher genommen. Mist! Wer billig kauft, kauft eben doch oft zweimal.
So schlimm konnte doch der Dreier nun auch wieder nicht gewesen sein, dass man mich deshalb derart hart abstrafen musste. Tausende Männer und Frauen haben täglich Dreier oder sogar Gruppensex schmutzigster Sorte. Verdammt, so langsam wurde mir vom Schicksal immer deutlicher gezeigt, dass ich wohl doch ziemlichen Mist gebaut hatte.
Erst Thomas, dann der Job, dann das Auto und jetzt die Flimmerkiste. Schlimmer könnte es nur noch kommen, wenn meine Eltern einen Rückzieher machen würden und ich nicht mehr in mein altes Zimmer ziehen dürfte ... hoffentlich nicht! Ein Wochenende zum Vergessen.

Dann kommt Chris: Es war Dienstag, die zweite Woche nach meiner Kündigung. Mittlerweile wohnte ich bei meinen Eltern. Keine gute, aber meine einzige Lösung. Jeden Abend das Gemecker meiner Eltern, dass ich mich wie eine Schlampe benommen hätte. Als wenn ich das nicht selber gewusst hätte. Natürlich hatte Thomas nichts Besseres zu tun, als bei ihnen anzurufen und die Geschichte haarklein zu erzählen. Damit hatte ich das Prädikat ‚Nichtsnutzige Tochter‘ aufgestempelt bekommen. Sie hätten ja schon immer gewusst, dass aus mir nichts Vernünftiges werden würde. Nicht beziehungsfähig, zu blöd, den Job zu behalten, und sowas. Möglicherweise hatten sie ja sogar recht damit. Aber auch als Eltern darf man seinen Kindern sowas nicht an den Kopf werfen, fand ich.

Letzte Woche hatte ich mich überwunden und war zu Sven gefahren. Ich wollte ihm sagen, dass ich mich ein wenig in ihn verguckt hatte. Natürlich hatte ich im Hinterkopf, mich erneut von ihm durchvögeln zu lassen. Wie es aussah hatte ich sogar Glück, sein Auto stand da und oben brannte Licht.
Das bevorstehende Gespräch trieb meinen Puls in die Höhe. Vor seiner Tür atmete ich tief ein und aus, klingelte und spielte nervös mit meinen Fingern. Es dauerte endlos, bis er die Tür öffnete, nur mit einem Handtuch um die Hüfte. Aus der Dusche kam er jedenfalls nicht, seine Haare waren noch trocken. Dafür baute sein steifer Pimmel ein ordentliches Zelt mit dem Handtuch.

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