Ich hoffte nur, dass Thomas mir nicht zuvorkommen, und mich bei unseren Freunden schlecht machen würde. Denn dann wären die Chancen auf helfende Hände mit einem Schlag gegen null geschrumpft. Und wenn doch, konnte ich es jetzt nachts um halb eins auch nicht ändern. Im Zweifel müsste ich auf die Hilfe von Sven und Herpes bauen. Die durften mich schließlich auch ordentlich durchziehen, dann wäre es nur ok, wenn sie mir beim Umzug helfen mussten.
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Ich hatte unruhig geschlafen, obwohl der Tag gestern und besonders der Abend kraftraubend gewesen waren. Aber die Geschichte beschäftigte mich mehr, als ich das vorher erwartet hätte. Entsprechend müde war ich Sonntagmorgen.
Keiner unserer gemeinsamen Freunde wollten mich übergangsweise bei sich aufnehmen, nachdem ich von unserer Trennung erzählt hatte. Auch meine Freundinnen hatten kein Zimmer für mich, nachdem sie erfolgreich meinen Rauswurf hinterfragt, und ich ihnen von meinem Dreier erzählt hatte. Ich war wirklich blauäugig genug gewesen zu glauben, dass meine Mädels offen für solche Sachen gewesen wären. Schließlich hatten wir schon viel heftigere Themen besprochen, wenn wir in unserer Runde, ohne Männer, unterwegs waren. Sollte das alles nur angeberisches Gerede gewesen sein? Nur dummes, unnötiges Rumprahlen? Muss wohl, denn überall wurde mir nur der sprichwörtliche Kopf gewaschen, ‚wie dumm ich doch gewesen war‘.
Was als letzte Lösung blieb, war der unangenehme Anruf bei meinen Eltern. Begeistert waren sie nicht gerade, boten mir aber für ein paar Nächte ein Bett in ihrem Gästezimmer an. Das Zimmer, welches bis vor ein paar Jahren noch mein Zimmer gewesen war, aber mittlerweile zweckendfremdet für vieles andere genutzt wurde.
Blieb noch die Frage, wo ich meine überschaubaren Habseligkeiten deponieren konnte, aber das klärte sich dann auch noch.
Ich nutzte den Tag und packte meine sieben Sachen.
Hochmut kommt vor dem Fall
Josie
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Hochmut kommt vor dem Fall
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