Da denkst du wirklich, ich hätte mich getraut, dem schönsten Mädchen in der Klasse zu sagen, dass ich einen Crush auf sie habe?“
„Ne … jetzt wo du’s so sagt, denke ich das nicht.“
„Also gut Josephina, kommen wir …!“
„Josie … bitte.“, fiel ich ihm ins Wort.
Nur mal zwischendurch: Ich hasste meinen Namen schon seit meiner Kindheit. Keine Ahnung welcher Teufel meine Eltern geritten hatte, mich so zu taufen. Das sie mich immer ‚Finchen‘ nannten, machte es auch nicht viel besser.
Meine beste Freundin nannte mich irgendwann ‚Josie‘, ich fand das gut, und so beließ ich es dabei. Mittlerweile nutze ich meinen Spitznamen öfter, als meinen echten. Sogar beim Ausfüllen von Formularen kommt es vor, dass ich mich dabei vertue.
Das Chris mich nun Josephina nannte, hatte ich ja selbst so gewollt. Aber es hörte sich für mich so falsch an, dass ich diesen Fehler schnellstens richtig stellen musste.
„Obwohl ich nicht gewohnt bin, unterbrochen zu werden … also gut, Josie. Erzähl, wo und was sind deine Baustellen?“
Ich hatte mir letzte Nacht Gedanken darüber gemacht, in wie weit ich die sprichwörtliche Hose vor ihm runterlassen wollte. Aber nach sorgfältigem Abarbeiten der Pro- und Contraliste kam ich zu dem Entschluss, dass er vermutlich im Moment tatsächlich derjenige war, der mir wirklich helfen konnte, aber das auch nur, wenn ich absolut ehrlich zu ihm war, egal wie peinlich das für mich sein würde.
Also erzählte ich von meinem Streit mit meinem Ex-Verlobten und sogar, wie es dazu gekommen war. Den Fick mit Sven und Herpes schilderte ich natürlich nicht im Detail, aber dass er stattfand, ließ ich nicht aus. Auch, dass ich deshalb fast zu einer Obdachlosen geworden war, weil Thomas mich natürlich aus der Wohnung geworfen hatte.
Dann, dass ich arbeitslos geworden war, weil es zu Lieferengpässen in der Technik kam, von der Panne meines alten, aber treuen VW’s und zuletzt, von der kleinen Explosion, mit der mich mein LED-Fernseher von einer auf die andere Sekunde im Stich ließ.
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