Würdest du dir weiterhinzutrauen, mein privates Vermögen zu verwalten? Ich verliere da langsam die Übersicht und den Bänkern kann man heutzutage nicht mehr trauen.“
„Ich soll, dein privates … dein Ernst? Das ist doch überaus sensibel und vertraulich! Projekte abrechnen ist kein Problem, aber …!“
„Ich vertraue dir! Wir fangen langsam an. Wenn du mir beweisen kannst, dass du mein Vertrauen nicht missbrauchst, deine Verschwiegenheit und Loyalität bewiesen hast, kriegst du die Festanstellung. Bis dahin fangen wir mit einem Zeitvertrag für drei Monate an. Einstiegsgehalt sind 4.000 Euro Brutto. Kommt es zur Festanstellung, erhöhe ich auf 5.000.“
„Zeitvertrag, ja? Dann wird das mit den Wohnungen erstmal noch nichts. Aber gut, damit kann ich leben.“
„Ach ja, du nächtigst ja wieder bei deinen Eltern. Gib mir ne Woche, dann weiß ich dazu bestimmt eine Lösung. Dann herzlich willkommen in meinem Team! Anfangen kannst du gleich morgen. Sei bitte um halb 9 im Büro. Am Empfang fragst du nach mir, sonst lassen sie dich nicht in den Sicherheitsbereich. Ich hol dich dann ab und regle deine Zugangsberechtigungen. Lass uns jetzt darauf anstoßen! Du trinkst doch ein Glas Champagner mit mir?“
„Ich … Chris … es ist … kommt alles so überraschend. Bitte entschuldige…!“
Ich hatte tatsächlich vor Freude angefangen zu weinen. Die Tränen konnte ich einfach nicht zurückhalten. Wahrscheinlich hätte ich mir selbst nicht so viel Vertrauen entgegen gebracht. Nicht, nach meiner Geschichte, wenn man sie mir erzählt hätte. Aber Chris hatte das völlig ausgeblendet. Es war wie er gesagt hatte, er war nicht mein Richter und er spielte sich auch nicht wie einer auf. Nicht wie einer dieser Moralapostel, die einem gleich einen Stempel aufdrückten.
Er stand auf, zog ein Stofftaschentuch aus der Hosentasche und tupfte mir die Tränen ab. Mit einem Stofftaschentuch, wie lange hatte ich sowas nicht mehr gesehen!
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