Die Höhle

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Die Höhle

Die Höhle

Nada Njiente

Die Miniaturbucht hatte einen großen vorgelagerten Felsen, war also auch vom Meer aus unsichtbar. Ja, alles war so wie damals, nur diesmal war sie allein. Sie schob sich zwischen die Felsen, in den finsteren Schlund, dann kam das Ende, man musste im Dunkeln auf einen Felsbrocken steigen und durch ein schmales Loch kriechen. Frank hatte damals sein Feuerzeug aufblitzen lassen, damit sie sich nicht die Beine aufschlug. Dann war sie drinnen. Dana zündete eine mitgebrachte Kerze an. Das hohe Gewölbe der Tropfsteinhöhle lag wie ein Tempel vor ihr. Sie ging bis zum hinteren Ende, das in Treppenstufen überging, auf denen Frank ein paar Kerzen gestellt hatte. Nun ließ Dana das Wachs auf die Steine tröpfeln, um die ihre zu befestigen. Sie stellte sechs Lichter auf und sie erhellten die Höhle zauberhaft. Dana hatte dieses unbändige Gefühl der Lust und des Glücks, einfach nur zu existieren, sie fühlte sich wie eine Fee in ihrem eigenen Reich und bewunderte die Steinformationen, die sich nicht verändert hatten. Dann rollte sie ihren Schlafsack aus, und richtete ihr Lager her. Als sie nun so allein in dieser wundersamen Umgebung saß, erfüllte sie diese tiefe Sehnsucht nach Verschmelzung, im Einklang mit sich selbst zu sein, ihren Körper zu spüren, wie er mit allem verbunden war, sich zu empfinden. Dana hatte den tiefen Wunsch ein eigenes Ritual zu veranstalten, wie eine der alten Priesterinnen, die noch alles wussten. Sie legte sich nieder, war wie verzaubert und streichelte über ihren Körper. Die Brandung flüsterte ihr zu und sie ließ sich treiben, von den Erinnerungen an eine glückliche Zeit, in der sie geliebt hatte, stark und innig, mit aller Hingabe. Und doch hatte sie nie einen Orgasmus gehabt, bis auf ein einziges mal, und das war wohl ein Zufall gewesen, aber seitdem wusste sie wie es sich anfühlt und sie sehnte sich danach, sich diesen Genuss selbst zu bereiten.

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