Zum wiederholten Mal beteuerte ich ihr meine Liebe, betonte aber auch, dass ich keinesfalls verlangen würde, dass sie auf mich warten solle. Ich würde verstehen, wenn sie neu verpartnert wäre, wenn ich eines Tages zurückkehrte.
Es dauerte einige Tage bevor sich Lindas tiefe Traurigkeit ein wenig legte und Alice nicht mehr ganz so böse schaute. Und dann „gab sie mich frei“, sagte, dass sie verstünde, dass ich nicht anders handeln könne.
Am letzten Abend vor meinem Aufbruch schlief sie sogar noch einmal mit mir, nach einer sexlosen Woche. Ganz still und zärtlich liebten wir uns. Intensiv und behutsam. Ich denke, wir waren beide froh nicht im Streit auseinanderzugehen. Für meine kleine Familie hatte ich außerdem gesorgt. Alice und Linda hatten mittlerweile einen großen Garten angelegt, hielten Hühner und Kaninchen und waren schon ziemlich weitreichende Selbstversorger. Geldmittel waren nebenher kaum notwendig. Dennoch ließ ich ihr den wesentlichen Teil unserer New Dollars. Not leiden würde sie damit viele Jahre nicht.
Clinton
Ein letztes gemeinsames Frühstück brachten wir gefasst und ohne unschöne Szenen hinter uns.
Dann brach ich auf. Den Pickup, den ich in den letzten Tagen gründlich instandgesetzt hatte, ließ ich bei Linda.
Ich nahm für die Reise auch nicht meine treue Stute Smith, die mich seit so langer Zeit begleitete, sondern Olivias Pferd. Denn da wo ich hin ritt, würde ich kein Pferd brauchen und das Pferd bei der Ankunft aus diesem Grund verkaufen.
Linda mit Amy auf dem Arm und Alice standen vor der Tür auf der Veranda und sahen mir nach als ich die Straße hinunterritt. Nicht nur die beiden verdrückten ein paar Tränen, auch ich … Zeichen meiner Zerrissenheit.
Dann blickte ich nach vorn. Die Wahl des Zielortes fiel mir nicht schwer. Ich würde nach Clinton reiten, 84 Meilen. In Oklahoma City würde ich mich lieber nicht blicken lassen und außerdem waren alle anderen genannten Richtfunkstationen deutlich weiter entfernt als Clinton.
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