Mit einem Fanfarenstoß öffnete sich der Vorhang. Offenbar war das weibliche Publikum auf Insta getrimmt worden, alle schrien im Chor „and now…“, worauf sich aus dem Schatten ein dunkel gelockter Adonis löste. „I will make you all so wet and horny“, röhrte er und rieb sich sein Geschlecht wie einst Michael Jackson. Die Frauen flippten aus. Désirée, Sabine, Samira und jetzt auch Anne ergaben sich ihren Oxytocin-Stössen, denn Frauen sind nun mal Frauen. Die Männer auf der Bühne schienen genau zu wissen, wie man zwischen weibliche Schenkel zielt, direkt in die in großer Zahl vorhandenen Zentren der Lust. Am besten ging das mit einer Parodie auf das männliche Zentralorgan. Im Passgang, mit breitem Schritt, damit „er“ auch genügend Platz hatte, mit kreisenden Hüften, zeigten drei Männer, was sie mit ihrem Apparat anstellen konnten, in Lycra-Hosen, allerdings noch immer angezogen. Dann kam es obenrum zum Strip; die Comedians zogen sich in einer Art und Weise aus, wie wir es von Frauen kennen, etwa indem sie die Arme überkreuzten, an den Saum ihrer Shirts fassten und es sich in tänzerischen Bewegungen über den Kopf zogen. Die Frauen brüllten vor Lachen. Da haben wir es, dieses eingangs erwähnte weibliche Kollektiv. Man war unter sich, das Oxytocin tat seine Wirkung, alles war kuschlig-vertrauensvoll-gemütlich-geil, und die Hemmungen landeten irgendwo am Bühnenrand oder hätten gerade so gut an der Garderobe abgegeben werden können.
Nach reihenweise witzigen Sprüchen „In bestimmten Betrieben gibt es so genannte Vorhaut-Mitarbeiter. Die verschwinden immer dann, wenn es richtig hart wird“, näherte sich der Abend dem Höhepunkt. Nach einer kurzen Pause, in der Sebastian den vier Frauen ein buntes alkoholisches Getränk servierte, wurde es stockdunkel im Raum. „And now…“, schrie das Publikum.
Horny Bitches und das Oxytocin
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Horny Bitches und das Oxytocin
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