Krankenschwestern wird Unterschiedliches nachgesagt. Für viele Patienten sind sie Projektionsfläche; es gibt wohl keine einzige Pflegende, die noch niemals Gegenstand expliziter Fantasien gewesen ist. Gedanken-Wichsvorlage zwischen flimmernden Monitoren und piepsenden Perfusoren. So weit, so gut. An diese Tatsache hat sich unsere Gesellschaft längst gewöhnt.
Wie Krankenschwestern mit der Tatsache umgehen, Projektionsfläche zu sein, die weit über eine professionelle Beziehung hinausgeht, verdient allerdings näherer Betrachtung. Es gibt wohl keine Frau, die nicht von einem unangenehmen Gefühl beschlichen wird, in einem Patientenzimmer mit jungen orthopädischen Männern, die ihr unverhohlen auf den Hintern oder zwischen die Brüste starren. Verwunderlich ist das nicht. Insta macht es nämlich vor und zeigt sie her, die geilen Krankenschwestern, die ihre Community heiß machen und auf OnlyFans locken, mit dem Versprechen, herzuzeigen, was sich unter dem Kasack genau verbirgt. Auch das ist im Grunde kein Problem. Was soll sich denn schon unter einem Kasack verbergen, wenn nicht Sloggi-Unterwäsche, und unter dem Slip, nun ja, manchmal Wildwuchs, manchmal getrimmtes Schamhaar, manchmal nackte Schamlippen? So what? Frauenkörper halt. Aber es gibt da diese gewisse Ambivalenz, über die kaum je geschrieben wird. Einmal raus aus den Arbeitsklamotten, im Spind, können sich die Dinge ziemlich schnell ändern. Vor allem, wenn die Frauen sich unter sich wähnen, unter Gleichgesinnten. So etwa in einem Kleintheater mit einem attraktiven Comedian auf der Bühne. Schon geht es los mit dem Abstreifen von Hemmungen, mit unkontrolliertem Gekreische gar, das Oxytocin wabert durch den Raum, und zwischen den Schenkeln, mal mehr, mal weniger, seien wir doch ehrlich, wird’s feucht.
Horny Bitches und das Oxytocin
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Horny Bitches und das Oxytocin
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