Hotel

35 2-4 Minuten 1 Kommentar

Ich wusste, dass du kommen würdest. Mir widerstehen? Niemals. Warum auch?
Verrucht komme ich mir vor. Ohne Gepäck in dieses Hotel einzuchecken. Alle haben sie mich angesehen. Als stünde mir auf der Stirn geschrieben, weshalb ich hier bin. Der Concierge lächelt süffisant, wissend, als er mir die Karte für unser Zimmer in der dritten Etage aushändigt.
Die männlichen Hotelgäste in der Lobby schenken mir bewundernde Blicke. Ob sie ahnen, wie wenig Stoff meinen Körper verhüllt? Ein prüfender Blick in den Fahrstuhlspiegel bestätigt mir erneut wie verführerisch ich in diesem enganliegenden Mantel aussehe. Ich fühle mich sexy, begehrenswert.

Jeder Wunsch würde mir erfüllt, hattest du fast atemlos am Telefon geantwortet. Ob du wusstest, dass ich wusste ...? Zumindest hast du dir nichts anmerken lassen.

Unbändige Lust erfüllt mich. Und so erwarte ich dich voller Ungeduld. Endlich klopft es an der Tür. Mühsam beherrsche ich mich, zähle innerlich langsam bis drei. Ich öffne dir. Lächelnd. Und gebe eine echte Marilyn ab, so lasziv gebogen, eine Hand provozierend in die Taille gelegt. Der aufklaffende Mantel offenbart meinen attraktiven Körper, in diesen atemberaubenden Dessous und den sündhaft teuren Nylons. Mit einer geschmeidigen Bewegung lasse ich ihn von meinen Schultern gleiten.

Deine Umarmung ist stürmisch, gierig, leidenschaftlich. Vergessen die Rosen, vergessen der Champagner. Mit dem Fuß kickst du die Tür zu, die Blumen fallen achtlos zu Boden.

Wie sehr ich mich auf diesen Moment gefreut habe! Es sind immer die dummen Zufälle im Leben. An jenem Tag hätte ich gar nicht in dieser Ecke der Stadt sein sollen. Und dann habe ich dich gesehen. Und sie ...
Immer wieder eine andere Sie. Ich kann nicht aufhören dich zu lieben, nicht aufhören, dich zu begehren - aber ich kann auch nicht aufhören, dich dafür zu hassen.

Kontrolle abgeben. Nein, DU doch nicht. Das gefällt dir überhaupt nicht.

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Köstlich

schreibt grauhaariger

Ich hatte schon befürchtet, dass sie mit einem Messer... Wieder eine perfekt formulierte Geschichte, basierend auf einer tollen Idee! Oder doch Realität?

Gedichte auf den Leib geschrieben