Wann hatte ich so etwas das letzte Mal gesehen? Abgesehen davon, dass jeder Farmer ein Gewehr auf dem Rücken trug, sowie er seine Maschine für Wartungsarbeiten oder ähnliches verließ, sah alles so aus wie zur guten alten Zeit, als es nur den einen und wahren Donald gab.
Am Feldrand warteten Lkws in einer Schlange, um das geerntete Korn aufzunehmen.
Von hinten näherte sich auf der Interstate 44 in schneller Fahrt ein Konvoi. Wir machten Platz und warteten am Straßenrand. Sechs große Tanklastwagen gesichert durch mehrere Pickups mit Bewaffneten rauschten an uns vorbei. Die Zugmaschinen, imposante ‚Peterbilt‘, meist der Modellreihen 389 und 589, machten schon in normalen Zeiten was her. Aber jetzt, mit den gegen Beschuss durch Stahlplatten verstärkten Fahrerhäusern wirkten sie noch martialischer. Neben jedem Fahrer saß noch jeweils ein bewaffneter Beifahrer, jederzeit bereit sich Kraftstoffräubern entgegenzustellen. Das Ganze hatte schon so ein bisschen was von ‚Mad Max‘, es fehlte nur der Stacheldraht an den Aufliegern und der Gunner oben auf dem Dach.
Vielleicht kommen die aus Odessa in Texas, da sollte die Ölförderung wieder aufgenommen worden sein, war mein Gedanke als sie an uns vorbeiflogen. Die Kolonne war schon fast hinter einer kleinen Anhöhe verschwunden, als sich endlich der Staub lichtete und wir weiter ritten.
Zwei, drei Meilen später trottete eine kleine Herde ‚Donalds‘ aus Südwest auf die Straße zu. Leicht angefaulte Überreste von sechs Männern und drei Frauen. Sie folgten dem Lärm der Erntemaschinen, hatten uns deshalb noch gar nicht bemerkt. Daher sah ich keine Notwendigkeit Kugeln zu verschwenden und sie zu erlösen. Plötzlich näherte sich auf der Straße ein Pickup in schneller Fahrt und hielt in etwa 100 Meter Entfernung vor uns an. Zwei Männer stiegen aus, nahmen ihre Waffen von der Ladefläche und brachten alle mit Kopfschüssen zielsicher zu Boden.
Dann warteten sie auf uns.
House of the holes
Nach dem großen Sterben – Teil 6
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