Sie trugen alte Polizeihemden und -hosen, von denen aber alle Abzeichen entfernt waren.
„Der Grund ihrer Reise?“ fragte einer. „Wir möchten nach Oklahoma City. Wir sind Händler.“ Ich deutete auf die beiden beladenen Packtiere in unserem Schlepp. Die Gangster-Pferde hatten wir bereits vor einigen Tagen weggetauscht. „Ok, das können sie machen. In der Stadt herrscht Waffenverbot, melden sie sich vor der Stadt bei dem Polizeirevier neben der Straße.“
„Sind sie Polizisten?“, fragte Jill.
„Oh, nein.“ Der, der bisher gesprochen hatte, grinste: „Wir sind Jäger. Wir jagen im Auftrag der Authority ‚Donalds‘, die sich über die Grenze des Distrikts verirren. Die Farmer haben uns über Funk angefordert.“
Er verabschiedete sich, in dem er einen Finger zum Gruß an die Krempe eines imaginären Hutes legte. „Mam!“
Dann stieg er in den Wagen. Sein Kollege folgte ihm und Sekunden später waren sie an uns vorbei Richtung Chickasha unterwegs. Wir brauchten noch viele Stunden und erreichten Oklahoma City erst am Mittag des nächsten Tages.
Nach dem wir unsere Waffen bei der Polizeistation am Stadtrand abgegeben hatten, die kleine Pistole am Oberschenkel hatte ich unterschlagen, ritten wir in die City. Wir waren gespannt. Das war wahrhaftig eine Stadt, geschäftiger als alles, was ich in den letzten vier Jahren gesehen hatte, aber irgendwie auch surreal.
Es war deutlich sichtbar, dass die meisten Gebäude unbewohnt waren. Leere Fensterhöhlen glotzen uns an, einige Gebäude hatten inzwischen wohl auch als Baustoffspender gedient und waren halb niedergerissen. Überall wo der Mensch nicht lebte, arbeitete oder sich aufhielt, holte sich die Natur alles zurück, auch mitten in der Stadt! Das Grünzeug überwucherte Mauern, kleine Bäumchen wuchsen aus Mauerspalten, Autowracks verschwanden unter lebendigen grünen Decken. Dafür ging es an anderen Ecken recht geschäftig zu.
House of the holes
Nach dem großen Sterben – Teil 6
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