House of the holes

Nach dem großen Sterben – Teil 6

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House of the holes

House of the holes

Reinhard Baer


Wir sahen aber nicht die alten USA, wir sahen eher ein Straßenbild, dass der Altstadt von Hongkong oder den Souks von Marrakesch ähnelte. Buntes Treiben überall. Die Menschen trugen die wildeste Kombination von Kleidungstücken in den abenteuerlichsten Farben und Erhaltungszuständen. Allerorten Straßenhändler, große Schilder, die in üble Spelunken locken sollten. Menschen, die nicht gerade aussahen als hätten sie Zeitlebens für die Heilsarmee gearbeitet.
Jill blieb hinter den Packtieren, die ich jetzt allein hinter mir herzog, damit wir nicht schon während des Reitens durch die Straßen beklaut wurden. Wir fanden eine Herberge, die mit einem abgeschlossenen und bewachten Innenhof für die Tiere warb und konnten uns schnell auf einen Preis für ein paar Übernachtungen einigen, der uns nicht ruinierte. Hier in der Stadt wurde tatsächlich wieder mit Geld bezahlt, natürlich nicht mit den alten US-Dollars, sondern mit einer neuen Währung, den ‚New Dollar‘.

Der Herbergsmanager war bereit einige unserer Waren gegen das neue Geld einzutauschen.
Wir beschlossen nur ein paar Tage zum Tauschen hier zu bleiben. Wir wollten gezielt nach Waren suchen, die im ländlichen Bereich gut ankamen. Dann wollten wir weiterziehen. Für uns schien das hier kein Ort zum Leben. Eigentlich fanden wir es schön für uns zu sein und uns in der Einsamkeit zu jeder Gelegenheit ungestört ausdauernd lieben zu können, so wie wir es in den letzten Tagen auch getan hatten.

Morgen wollten wir mit den Geschäften beginnen, aber heute Abend ‚ausgehen‘. Wir fanden tatsächlich eine Spelunke die nicht so finster und runtergekommen wie die meisten anderen wirkte und ließen uns ein Bier geben. Die brauten hier tatsächlich wieder Bier und es entpuppte sich als durchaus trinkbar.
Bald fiel mir eine Frau auf, die trübsinnig vor sich hinstarrend allein an einem Tisch saß und ein Bier nach dem anderen kippte.

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