Klar, ich bin auf den Fotos immer angekleidet und würde niemals ein Nacktbild von mir versenden – obwohl das heute auch gar nicht mehr notwendig ist. Alle, die das wollen, können mich mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz ausziehen.
Aber, wie gesagt. Für mich persönlich ist das Besondere an mir nicht mein Körper. Darüber sollen die Männer meinetwegen fantasieren, wie sie wollen. Ich habe zwei Brüste, einen Bauchnabel und hübsch getrimmtes Schamhaar wie die meisten meiner weiblichen Weggenossinnen auch. Dazu gibt es nichts zu sagen.
Nein, das Besondere an mir ist wirklich mein Haar, früher kastanienbraun und rötlich leuchtend, wenn sich die Sonne darin verlor. Zeit meines Lebens wurde ich auf meine Haarpracht angesprochen, Haar, das ich bis heute liebevoll pflege. Beim Reiten stecke ich mir einen Dutt, weil sich mein offenes Haar im Geäst verfangen könnte. Nach hinten vom Pferd gerissen – nein, diese Blamage, diesen Schmerz möchte ich mir ersparen. Ich bin eine stolze Frau, und ich mag mich so, wie ich bin. Ich würde mir selbst niemals Schmerzen zufügen.
Und dann das.
Wohlverdiente Ferien mit meiner Freundin, die im selben Beruf arbeitet. Sie ist Deutsche, ich Schweizerin. Wir mögen einander sehr, sind uns auch körperlich zugetan, obwohl wir unsere Grenzen wahren. Dann stand uns dieser Einkaufsbummel bevor. Wir hatten uns in einem Bungalow mit Doppelbett eingemietet, und die Kochnische war verlockend. Kochnischen haben es oft an sich, dass sie nicht beachtet werden. Es ist Ferienzeit, und da ist es doch wesentlich schöner und angenehmer, ein Restaurant aufzusuchen, gemütlich einen Wein zu schlürfen und sich Krevetten servieren zu lassen, Guacamole, Pitabrot und was der leckeren Dinge mehr sind.
Einmal, ein einziges Mal aber wollten wir zusammen kochen, die Luise und ich. Luise ist komplett anders gebaut als ich; ihr BMI von 28 bereitet ihr schon seit längerer Zeit Sorgen.
Hüftlang
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Hüftlang
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