Ich geb dich nicht mehr her

Trügerisches Glück – Teil 1

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Ich geb dich nicht mehr her

Ich geb dich nicht mehr her

Franck Sezelli

Ihre weiblichen Rundungen, der warme bronzene Ton ihrer Haut, die langen blauschwarzen Haare, ihre glutvollen dunklen Augen – alles gefiel ihm an diesem Weib. Sie war wirklich anders als die beiden anderen Frauen aus dem Dorf, bei der er zuerst zum Dienst verpflichtet worden war. Diese beiden waren recht herrisch gewesen, fordernd nicht nur bei der harten Tagesarbeit, sondern auch in der Nacht. Tohona war ganz anders: liebevoll und zärtlich, bei der Tagesarbeit mehr bittend als Befehle erteilend. Pedro fragte sich manchmal, ob sie wirklich eine echte Eodeva war. Aber natürlich war sie es. Er war ihrer Mutter vorgestellt worden, sie hatte von ihrer Großmutter erzählt und wusste sogar von deren Mutter Anekdoten zu berichten.
Seit Generationen wohnten die Ahnen von Tohona in Matacori, das in der ganzen Umgebung schon immer als Amazonendorf bekannt und in früheren Zeiten wegen der furchtlosen Kriegerinnen auch berüchtigt war.
Der Bauernsohn stammte aus der weiteren Umgebung und gehörte zu einer der vielen Familien, die als Nachfahren spanischer Einwanderer schon mehrere Jahrhunderte hier in der Neuen Welt lebten. Er war in Erfüllung eines alten Vertrages zwischen dem Gouverneur und den Amazonen für drei Monate zum Dienst in Matacori verpflichtet worden. Seinerzeit hatte dieses Abkommen endlich die Überfälle der kriegerischen Frauen auf die benachbarten Siedlungen, die stets mit dem Raub junger Männer einhergingen, beendet.
Fernández, Pedros Vater, hatte das Schicksal schwer beklagt, als das Los auf seinen Sohn fiel. »Auf unserer Farm ist mehr als genug zu tun. Eigentlich solltest du dieses Jahr auf Brautschau gehen, damit endlich wieder eine Frau auf den Hof kommt. Seit Mutter gestorben ist, wächst uns die Arbeit über den Kopf. Was soll nur aus mir und dem Hof werden?

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