Ich geb dich nicht mehr her

Trügerisches Glück – Teil 1

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Ich geb dich nicht mehr her

Ich geb dich nicht mehr her

Franck Sezelli

« Aber alle Jammerei half nicht, Gesetz ist Gesetz!

Vor der Hütte hörte man plötzlich mächtiges Gezeter. »Komm raus, du Schlampe! Und bringe dein Männchen gleich mit! Was bildest du dir ein? Fast schon zwei Mal zwei Handvoll Nächte versteckst du den Bock. Denkst du, der gehört dir allein? Der gehört unserem Dorf, soll allen dienen. Ich bin schon lange dran, sagt Toâ'pa.«
Pedro zählte an den Fingern ab. War er wirklich schon so lange bei Tohona? Er hatte keine Lust, sie zu verlassen und schon wieder zu einer anderen zu gehen. Schon gar nicht, wenn er diese keifende Stimme hörte. »Toâ'pa ist doch eure Häuptlingin, die Dorfälteste? Was machen wir?« Der junge verliebte Mann sah die Geliebte an.
»Gar nichts machen wir. Ich geb dich nicht wieder her!«
Ob das gut geht?, fragte sich der zum Dienst Verpflichtete. Da würden beide gleich gegen mehrere geschriebene und – fast noch schlimmer – ungeschriebene Gesetze verstoßen. In den Amazonendörfern werden keine Männer auf Dauer geduldet, bei deren vorübergehenden Aufenthalten dürfen einzelne Frauen sie nicht allein beanspruchen. Und natürlich haben sich die dienstverpflichteten Männer den Anweisungen des Ältestenrates des zugewiesenen Dorfes zu beugen. Sollten sie das nicht tun oder gar fliehen, so würden sie von der Polizei des Gouverneurs verfolgt und hart bestraft werden, sobald die Amazonen sich beschweren. So sieht das der schon lange bewährte Vertrag vor.
»Ich gehe jetzt zur Häuptlingin, du wirst schon sehen«, schrie die Frau draußen weiter. Dann war Stille.

Nicht lange danach war Getrappel von vielen Schritten zu hören, auch aufgeregtes Gemurmel. Ohne anzuklopfen, wurde die Tür aufgerissen und im Raum standen drei bewaffnete hochgewachsene junge Frauen. In ihren Gürteln steckten große Dolche, in den Händen hielten zwei eine Doppelaxt, eine trug ein Schwert.

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