Vor der offenen Tür scharten sich viele Frauen und gafften hinein, um soviel wie möglich vom Geschehen im Inneren der Hütte mitzubekommen.
Tohona tat ganz unerschrocken: »Seid gegrüßt, liebe Schwestern Bâtzinú, Teúcatô und Uépaca! Was führt euch in meine Hütte?«
Die als Bâtzinú Angesprochene sprach mit unduldsamer Stimme: »Toâ'pa schickt uns, um das Mannsstück abzuholen. Er soll jetzt endlich Ak'Chin beiwohnen.« Und an Pedro gewandt, fuhr sie fort: »Du! Kommst du freiwillig mit oder sollen wir dir Fesseln anlegen?«
Zu seiner Liebsten gewandt, zuckte der junge Mann entschuldigend mit den Schultern und sagte dann zu den Ordnungshüterinnen: »Ganz ruhig! Ich komme schon mit. – Du siehst doch, was hier los ist, Tohona, da kann ich nichts machen.« Das letzte war für die Hausherrin bestimmt, wenn man bei einer solchen Hütte diesen Begriff gebrauchen kann. Auch die Situation war nicht so, dass sich Tohona als Herrin der Lage fühlen konnte. Als Pedro zwischen den Bewaffneten Bâtzinú und Teúcatô zur Tür hinausgeführt wurde, warf sie sich von hinten an ihn und umklammerte ihn. »Ich lass dich nicht gehen, bleib bei mir! Ich liebe dich doch! Lass mich nicht allein!«
Der dritten Ordnungshüterin, Uépaca, gelang es, sie mit Gewalt von dem Mann loszureißen. Schließlich war Uépaca wesentlich kräftiger als Tohona. Sie war nicht umsonst vom Ältestenrat als Ordnungshüterin bestimmt worden. »Du kommst mit mir mit! Die Älteste will dich sprechen.«
Ak'Chin überhäufte Pedro zunächst mit einer Flut von Vorwürfen, von denen er zum Glück nicht viel verstand, weil sie die Sprache ihres Volkes benutzte, die der junge Siedler nur unzureichend beherrschte. Dann befahl sie ihm, ein Stück mit wilden Büschen bewachsenes Land hinter ihrem Haus zu roden und umzugraben. »Ich will hier ein Gemüsebeet anlegen, also arbeite ordentlich und gründlich!«
Ich geb dich nicht mehr her
Trügerisches Glück – Teil 1
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