Doch du kamst wieder, immer und immer wieder; du fandest die Nummer meiner neuen Freundin heraus und erzähltest ihr, du wärest schwanger von mir. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich immer noch, ich könnte dich einfach "aussitzen" - ein verhängnisvoller Irrtum! 6.000 D-Mark, du wusstest, wo ich sie in meiner Wohnung aufbewahrt hatte. Ich war unvorsichtig genug, dich über meine Türschwelle treten zu lassen. Als du wieder gegangen warst, waren auch meine 6.000 D-Mark verschwunden. Nichts, gar nichts, konnte ich dir beweisen, und doch gab es nicht den leisesten Zweifel an deiner Täterschaft. Ich brauchte dieses verdammte Geld, denn ich musste Schulden begleichen. Ich redete dir in dein nicht vorhandenes Gewissen, mir das Geld zurückzugeben; ich schrie dich an und drohte dir mit der Polizei, der Ausländerbehörde und der Nervenheilanstalt; ich spuckte dir eine Ladung gelber, dickflüssiger Wut ins Gesicht. Vergebens, du wolltest mir nicht einen Pfennig von meinen 6.000 D-Mark wiedergeben; viel schlimmer noch: Du warst völlig abgebrüht und mit falschen Versprechungen lockend führtest du mich professionell an deiner Stupsnase herum. Kalt lächelnd gewährest du mir einen Blick in deine schwarze Seele. Und da - endlich! - begriff ich: Du hattest mich von Beginn an belogen. Dein Vater, der immer zum rechten Zeitpunkt aus Peru auftauchte - Täuschung! Deine Schwangerschaften, mit denen du mich unter Druck setztest - Lüge! Die Krebserkrankung, die mich an dich binden sollte - Verrat! Deine Erzählungen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft waren nichts weiter als eine Ausgeburt deines kranken Hirns - und ich hielt sie für Realität. Aber mit welcher Kunstfertigkeit trugst du deine Schauermärchen auch vor: Als du vor meinen Augen - angeblich krank vor Schmerz - in Ohnmacht fielst, eine oscarreife Leistung! Wie du mir wütend ins Gesicht logst, dass ich dir Geld gestohlen hätte, und nicht du mir, ich hätte es fast geglaubt.
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