Die meisten Passagiere hatten die Seehundfahrten gebucht. Denen, die das nicht wollten, weil ihnen das Schaukeln auf den kleinen Schiffen zu unangenehm oder die happigen Extrakosten zu hoch waren, empfahl man, ein paar Stunden an Land zu verbringen und Spaziergänge durchzuführen. Auf diese Weise ließ sich der den exzellenten Menüs und Büffets geschuldete, angefressene Speck wenigstens ein bisschen abbauen. Um die Entbehrungen aber in Grenzen zu halten, konnte jeder, der das Schiff verließ, ein üppiges Lunchpaket mitnehmen. Und denen, die Angst hatten, sich in der Wildnis zu verirren oder das stundenlange Alleinsein nicht zu überstehen, wurde auch eine geführte Wandertour angeboten, sie konnten somit in ihrer vertrauten Gesellschaft verbleiben. Die Abfahrt war pünktlich auf fünf Uhr nachmittags angesetzt, das Schiff fuhr immer pünktlich ab, wer zu spät kam, musste selbst sehen, wie er es wieder erreichte. Um diese Zeit näherte sich die Sonne wieder deutlich dem Horizont, es wurde kühl, die Seehunde hatten die Sandbänke verlassen und das Bedienungspersonal würde schon dabei sein, das Büffet vorzubereiten. Geräucherter Lachs und Aal, Huhn ins Aspik, Roastbeef und Lammfilet, Parmesankartoffeln und Erdbeersorbet mit Schlagsahne, sowie ein mundiger Riesling Spätlese und ein schwerer Bordeaux würden sehr rasch dazu beitragen, die verlorenen Fettmilligramme wieder zu kompensieren.
Er wollte wirklich allein sein, der Gegenwart der feinen Gesellschaft für eine Weile entkommen, wieder einmal festes Land unter den Füßen spüren und eine körperliche Herausforderung annehmen. Er war, wie sich zeigte, der einzige, der allein wandern wollte und er nahm sich den längsten und schwierigsten Weg vor, der auf dem ausgeteilten Handzettel verzeichnet war, die halbe Umrundung der Insel und dann die Rückkehr zum Hafen über den Berg mit dem Aussichtsturm.
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