Er würde bestimmt so an die fünf Stunden brauchen, wenn das Fortkommen in der Wildnis, ohne die ausgeschilderten Wanderwege seiner Heimat, einigermaßen glatt ging. Deshalb marschierte er zügig los, kaum dass er an Land waren. Die Landschaft verzauberte ihn. Die Wälder waren wegen des dichten Baumbestands sehr dunkel, die Stämme voll mit grauen, fädigen Flechten, der Boden voll mit saftigem, flauschigem Moos. Immer wieder öffnete sich der Wald und gab den Blick auf das Wasser frei, auf einen schmalen Streifen Sand, auf eine verschlungene Küstenlinie, auf Bäume, die fast im Wasser standen. Es war die perfekte Landschaft für Trolle und andere nordische Sagengestalten. Nur selten traf er auf Häuser, manche waren bewohnt, viele aber leer.
Sein Lunchpaket öffnete er auf dem Picknickplatz vor dem Aussichtsturm. Er genoss die Sandwiche, das Minifläschchen Rotwein, den Nachtisch, das Obst. Es war alles da, bis auf den Kaffee. Es war zwei Uhr und nach seiner Berechnung würde er in spätestens einer bis anderthalb Stunden wieder am Hafen sein. Genügend Zeit, sich in das Gras zu legen, den Himmel zu betrachten und die perfekte Symphonie von schöner Natur, gutem Wetter und vollem Magen zu genießen. Er war glücklich und zufrieden.
Bergab ging es rascher als gedacht. Hier, in diesem Teil der Insel, dominierte die landwirtschaftliche Nutzung und er kam auf seinem Weg durch die Felder und Wiesen an mehreren Bauernhöfen vorbei. Hunde bellten, Kühe grasten auf den Weiden, Menschen sah er jedoch keine. Er ging, obwohl nun schon rechtschaffend müde, mit eiligen, ausladenden Schritten und kam auf den ausgebauten Wegen rasch voran, so dass er schon nach einer dreiviertel Stunde zuerst die Kirchturmspitze und dann auch den Schornstein des Schiffs sah. Er überlegte, was er mit der nun doch üppigen Restzeit machen sollte, als er an einem Schild vorbeikam, das auf einen Gasthof verwies.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.