Bettina war ein Innenstadtmensch und fand das wohl sehr gut. Peter war es im Moment ein wenig zu turbulent, aber vielleicht war das auch besser so. Der von ihr servierte Kaffee war stark, mundete köstlich und half ein wenig gegen den bereits wirkenden Alkohol. Bettina plauderte vergnügt über das Leben hier, den kurzen Weg zur Arbeit, soweit sie nicht ohnehin im Homeoffice saß, ihre Freundschaft mit den Bistrobesitzern Yvonne und Guillaume und überhaupt über Gott und die Welt. Peter entspannte sich und lachte mit ihr über so manche Anekdote ihrer vergangenen gemeinsamen Zeit im Gericht. Irgendwann war der Kaffee alle. „Kannst du mir den Gaillac in der Küche öffnen? Ich schieße die Korken immer an die Decke und heute bin ich noch dazu schon etwas betütert. Da läuft mir das gute Gesöff wahrscheinlich auch noch über!“ kicherte sie wie ein kleines Mädchen. Er folgte ihr mit beengter Brust in die Küche.
Vorsichtig öffnete Peter den Verschluss und nach dem Knall rauchte es aus der Flasche nur ein wenig, nichts quoll über. Er schenkte ihr ein, dann sich. Sie stießen an auf die Wohnung, den wunderschönen Tag und überhaupt die gemeinsame Zeit. Die gemeinsame Zeit, ja, das traf ihn mitten ins Herz, und auch sie blickte ihm plötzlich ganz tief in die Augen. Wortlos stellte sie ihr Glas auf der Arbeitsfläche neben dem Kühlschrank ab, an dem Peter lehnte, und schmiegte sich an ihn. Sanft küssten ihre Lippen die seinen und ihre Arme schlang sie um seinen Nacken. Er umfing sie, presste sie fest an sich und erwiderte ihren Kuss mit erkennbarem Verlangen. Bettina ließ ihn ein wenig gewähren und entwand sich dann sanft. Der Schreck fuhr ihm in die Glieder. Doch sie lächelte nur. „Komm!“ befahl sie leise. „Ich glaube, es ist Zeit für uns!
Im Bett mit Bettina
Geschichten vom Anfang der Träume
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Im Bett mit Bettina
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