Im Bistro mit Bettina

Geschichten vom Anfang der Träume

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Im Bistro mit Bettina

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Stayhungry

Doch nie passierte etwas, weil ja nie etwas passierte. Und sie stand unter Strom, wie immer, um in begrenzter Zeit alle Aspekte der juristischen Problematik darzulegen, ohne auch nur im Ansatz zu flirten oder Signale auszusenden. Und er, armer, von Lust und Sehnsucht geplagter Tropf, musste dem gedanklich folgen und kompetent argumentieren. Mühsam war das und doch ein Genuss, hatte er in Wahrheit doch nur den Wunsch auf Erfüllung überbordenden Begehrens in Kopf und Lenden.

*

„Herr Korth, es war immer sehr angenehm, mit Ihnen zu verhandeln!“, verabschiedete sie sich von ihm. „Ich bedauere sehr, dass Sie nicht mehr zu uns kommen werden! Und ich bedauere auch sehr, dass ich sie heute nicht zu einem letzten Kaffee einladen kann, weil leider noch einige Fälle auf der Tagesordnung stehen und wir schon in Verzug sind. Melden Sie sich doch einmal, wenn Sie in Regensburg sind!“ Lächelte ihn an, wünschte alles Gute und senkte den Blick in die nächste Akte. Das war es also, und er trollte sich bedrückt mit dem Gefühl, dass er mit dem Schließen der Tür schon vergessen war. Einige Stunden später zu Hause angekommen, schenkte er sich einen Cognac ein, legte sich zu sanftem Jazz nackt auf die Couch und masturbierte melancholisch zu den zarten und wilden Phantasien über sie. Lange, sehr lange zögerte er seinen Kleinen Tod hinaus, um sie, wenn auch nur in seinen Gedanken und Gefühlen, lange, sehr lange bei sich halten zu können. Ja, dann war er auch traurig, sehr traurig, und der Cognac half nur ein bisschen, aber immerhin.

*

Sein Telefon an seinem neuen Arbeitsplatz klingelte selten, weil er in seiner neuen Funktion nun eigentlich keinen Kontakt mit Kundschaft mehr hatte. Die lange Nummer mit der Regensburger Vorwahl und der 411 am Ende kannte er gut. Nun hatte Frau Dr.

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