Im Gartenhäuschen

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Im Gartenhäuschen

Im Gartenhäuschen

Anita Isiris

Obenrum trug sie eine lockere Bluse und verzichtete ganz offensichtlich auf einen BH. Berenice war auch offenherzig, was Gastfreundschaft betraf, und sie bereitete draußen auf der Veranda einen kleinen Imbiss für alle zu, die sich aktiv am Umzug beteiligten. Rainer wiederum wirkte eher introvertiert. Er hatte einen dieser gesichtslosen Dutzendberufe, die sich da „Projektmanager“ nennen. Projektmanager sind alles und nichts zugleich. Sie befassen sich in der einen oder anderen Energie- oder IT-Firma mit Innovation, die aus Kostengründen ohnehin nie stattfinden würde, und sie sind froh, wenn die monatlichen 7.500 Schweizer Franken für Krankenversicherung, Wohnungsmiete, Telekommunikation, Auto und Haushalt reichen. Auch Jan bewegte sich in einem vergleichbaren Biotop. Er unterrichtete allgemeinbildende Fächer an einer kleinen Berufsschule, also Themen, die von Menschen vermittelt werden, die von nichts wirklich etwas verstehen, aber über alles ein bisschen reden können. Zudem, und das war Jans ganzer Stolz, war er „innovative expert“, was den Lehrplan betraf und saß dort in der Steuergruppe … als Projektmanager.
Es wurde Abend, man verabschiedete sich herzlich, Sereina und Jan zogen sich in ihre Wohnung zurück. Als Jan sich bei seiner Frau nach dem Grund von deren Schweigen erkundigte, brach es aus ihr heraus. „Du lässt nichts, aber auch gar nichts anbrennen, wenn es um unsere so genannte offene Beziehung geht!“, fauchte sie. Dieser grasgrüne Leggings-Arsch hat Dich doch augenblicklich in ein geiles Frettchen verwandelt, aber sowas von peinlich!“ Jan errötete. „Sieh das doch locker“, sagte er. „Wir Männer sind nun mal triebgesteuert, und auch Euch Frauen stünde das gut an. Du musst nur noch ein wenig üben, meine Süsse.“

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