Während die meisten Frauen Jan nach einer derartigen Äußerung eine runtergehauen hätten, reagierte Sereina paradox. Sie rückte etwas näher an Jan heran. „O.k.“, sagte sie. „Wenn Du das brauchst, brauche ich es auch.“ Demnächst war ein Termin mit dem Schornsteinfeger angesagt, einem attraktiven rothaarigen Mann, über den sich die Frauen im Mittelstands-Quartier kichernd austauschten. „Also wenn er meinen privaten Schornstein fegen will, würde ich ihn keineswegs aus dem Bett werfen“, so einer der harmloseren Sprüche, die Martin, dem Schorni, galten.
Der April zog ins Land, es wurde Mai, und die Mittelstandsfrauen widmeten sich ihren Gärten. Radieschen. Kopfsalat. Erdbeeren. Gepflegte Tujahecken, so das mittelfristige Lebensziel, für das noch mehr Raum zur Verfügung stehen würde, wenn die Kids erst mal ausgezogen waren. Denn was gibt es für Rentnerinnen und Rentner Sinnvolleres, als auf arthrosegeplagten Knien herumzurutschen, mit Gartenwerkzeug zu hantieren, um dem Erdboden, unter dem sie demnächst zur ewigen Ruhe gebettet sein würden, bereits zu Lebzeiten nahe zu sein.
Die Wohnung von Berenice und Rainer war nun leidlich hergerichtet, die beiden Rosina-Wachtmeister-Bilder im Wohnzimmer machten sich gut, genauso wie das Bild im Schlafzimmer, millionenfach repliziert für Menschen, die sich für etwas Besonderes hielten: Klimt. Der Kuss. Jan, der nur in Teilzeit arbeitete, genehmigte sich auf seiner Terrasse ein Nachmittagsbier. Dann wurde sein Blick auf etwas sich sanft Bewegendes gelenkt. Berenice stand in ihrem Gärtchen, dann bückte sie sich, um eine Handvoll Unkraut zu entfernen. Sofort erwachte in Jan unsägliches Begehren. Dieses Mal trug Berenice ein geblümtes Kleid, aber die Wölbung ihres Hinterns war auch dieses Mal nicht zu übersehen.
Im Gartenhäuschen
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