Im Haus der Tante

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Im Haus der Tante

Im Haus der Tante

Yupag Chinasky

Ein warmer Strahl ergießt sich und trifft tatsächlich auch die Flasche – weil die Tante ganz genau die Richtung vorgibt. Die beiden Mädchen murren: Das sei geschummelt, er müsse es doch ohne Hilfe der Hände schaffen. Aber die Tante wiegelt ab – es seien ja nicht seine Hände. Und so gelingt das Kunststück: Mit vereinten Kräften wird die Flasche voll.

Das Spiel geht weiter und trifft – welch ein Zufall – nun die Dicke; auch deren Aufgabe erregt die Heiterkeit der anderen. Sie solle, so die Tante, ein Ei legen – und es dann aufessen. Man schaut sich verdutzt an; alle fragen sich, wie das gehen soll. Und wieder ist es die Tante, die Rat weiß.

Sie holt aus der Küche eine Schüssel und aus dem Kühlschrank ein gekochtes Ei und schält es. Dabei sagt sie zu der Dicken, sie solle sich schon mal ausziehen – was diese auch prompt tut. Dann soll die Dicke aufstehen und sich bücken. Die Tante steckt das harte Ei mit etwas Mühe in ihre Vagina, bis nichts Weißes mehr zu sehen ist.

Nun soll sie sich wieder hinsetzen, die Möse genau über die Schüssel halten und kräftig drücken. Gebannt schauen die drei zu, was nun passiert. Die Dicke drückt und drückt; wäre ihre Haut nicht schwarz, wäre sie nun puterrot. Erst passiert nichts – doch dann kommt das Ei tatsächlich: Es wird langsam aus der Vagina herausgeschoben und fällt schließlich in die Schüssel.

Die Dicke ist sehr erleichtert; gackert wie ein Huhn und schlägt mit den Armen, als seien es Flügel. Alle lachen, rufen Bravo und klatschen in die Hände. Doch das Ei liegt nicht lange allein in der Schüssel: Bei dem anstrengenden Drücken blieb auch die Blase nicht verschont – und so folgt dem Ei ein kräftiger Strahl, der von der Schüssel aufgefangen wird.

Was nun? Ein peinlicher Moment, denn die Aufgabe ist ja noch nicht ganz erfüllt.

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