Im Haus der Tante

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Im Haus der Tante

Im Haus der Tante

Yupag Chinasky

Grund genug, den nächstbesten Kiosk anzusteuern und erst einmal ein Eis zu essen. Es ist Werktag und immer noch Vormittag, und deswegen sind nur wenige Besucher da; nirgends herrscht großer Andrang. Sie schlendern Händchen haltend über das Gelände und schauen sich an, was der Park so bietet. Er spendiert den beiden ein weiteres Eis, er selbst trinkt lieber ein kühles Bier.

An einem Schießstand haben sie Spaß mit den Luftgewehren. Die Dicke kann gar nicht schießen; jeder Schuss geht daneben. Die Dünne macht es zwar besser, trifft aber nur einmal. Am besten schießt er: Er trifft fast jedes Mal und kann den beiden einige Rosen aus buntem Glanzpapier schenken. Dann gehen sie zum Riesenrad, stehen davor und schauen in die Höhe. Weil es neu ist, hat es noch keine der beiden gesehen, geschweige denn je mitgefahren. Die Dicke ist ängstlich; man sieht es ihr an.

»Es könnte doch umfallen«, meint sie.

Die Dünne lacht sie aus und frotzelt: Bei ihrem Gewicht sei das durchaus möglich, vor allem wenn sie nicht still sitze. Er kauft die Tickets, und sie steigen ein, obwohl die Dicke lieber auf der festen Erde bleiben würde; wahrscheinlich hat sie mehr Angst vor dem, was die Dünne mit ihm machen würde, wenn sie allein sind, als vor der Höhe. Das Rad fährt ganz langsam und bleibt immer stehen, wenn eine Kabine am Einstieg angekommen ist. Sie nehmen in der Kabine Platz, die für sechs Leute ausgelegt ist. Da sie aber nur zu dritt sind, haben sie reichlich Platz. Die Dicke wagt sich nach der Warnung der Dünnen kaum noch zu bewegen, als sich das Rad in Bewegung setzt und die Kabine langsam an Höhe gewinnt. Da er aber neben ihr Platz genommen hat, fummelt sie schon wieder an seinem Knie herum.

Die Dünne ist furchtlos und setzt sich gleich an seine andere Seite, wie im Taxi.

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