Im Niemandsland

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Reinhard Baer

Glücklicherweise wurde es zunehmend Frühling und wir waren nicht mehr darauf angewiesen, nachts irgendwelche Kaschemmen aufzusuchen, um für ein paar Dollar in irgendwelchen verwanzten Betten zu liegen. Wir suchten lieber abseits der Straße nach einzelnen und noch halbwegs intakten Gebäuden, um in ihnen zu übernachten. An einem See, dem Chapman Pond, fanden wir eine noch gut erhaltene Feldscheune, die sogar mittels eines massiven Querriegels am Tor von innen verschließbar war. Wir würden schlafen können, ohne dass immer einer Wache halten musste.

Am nächsten Morgen ritten wir auf der Pendleton Hill Road nach Norden. 18 Meilen immer am Rande der ‚Toten Zone‘ entlang, grobe Richtung Norden. In Voluntown ergänzten wir Lebensmittel und hielten uns dann wieder auf der 165 nach Osten. Etwa 18 Meilen wären es bis zur ehemaligen Grenze von Rhode Island auf der 165. ‚Ah, es passiert nichts, einen schönen Ausflug machen die da‘, meine Freunde, das denkt ihr doch jetzt oder? Wer schon mal solche Strecken geritten ist, weiß, dass es einen Leidtragenden immer gibt, den Arsch! Aber ich will euch nicht volljammern.

Jedenfalls, da wo die 138 von der 165 abzweigt, standen einige Häuser, die aber alle verlassen waren und eines war für uns zur Übernachtung geeignet. Die kleine namenlose Ansiedlung lag am Rande der ‚Toten Zone‘. Danach würden wir versuchen, unsichtbar zu sein, denn hier begann der Überwachungsbereich der Männer von Big Jack. Die eigentliche alte Grenze lag sinnigerweise auf einer Brücke über einen größeren See. Darüber konnten wir auf keinen Fall unauffällig ins Land einsickern, denn auf der 200–300 m langen Brücke waren wir eine sehr weit sichtbare Zielscheibe! Ich hatte mir die Karte der Umgebung aus dem Autoatlas gut eingeprägt und wusste, dass wir den See südlich umgehen mussten.

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