Im Niemandsland

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Reinhard Baer

So machten wir uns morgens auf, zunächst auf der 165, immer darauf gefasst, bei sich nähernden Fahrzeugen im buschigen Umland links oder rechts der Straße zu verschwinden. In der absoluten Stille in dieser Gegend würden wir Fahrzeuge schon von weitem hören. Wir waren sehr konzentriert, hatten immer mögliche Fluchtverstecke im Blick und wir sprachen wenig und leise, um die Stille nicht zu stören. Kurz vor dem See und der Brücke verließen wir die 165 in südlicher Richtung und bahnten uns in der Nähe des Seeufers einen eigenen Weg durch die Botanik, was sehr mühsam war. Nach mehrjähriger Nichtbewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen waren diese alle hoch überwuchert und die ersten Birkenstämme hatten schon eine Höhe von etwa 2 Meter erreicht, was uns andererseits perfekt Tarnung bot. Nach etwa 3,5 km kamen wir zu den verkohlten Überresten der Cedar Valley Farm, wie wir dem unzerstörten Schild an der Zufahrt zur Ranch entnahmen. Wir waren also noch in der ‚Toten Zone‘. Also weiter durchs Gelände anstatt bequem nördlich auf der 165! Als wir – ausweislich des Wegweisers – auf der ‚Mt Tom Road‘ an der Einmündung des ‚Blitzkrieg Trail‘ ankamen, beschlossen wir es zu riskieren und nördlich zur 165 zu reiten. An der Einmündung der ‚Mt Tom Road‘ auf die Hauptstraße stand ein einsames unzerstörtes Gehöft. Es war noch nicht Abend, aber wir beschlossen, uns hier zu verstecken und die Straße zu beobachten. Nachdem wir die Pferde in den Stallungen untergebracht hatten und sogar noch Futter für die Tiere fanden, gingen wir in das Haupthaus, wo wir vom Obergeschoss einen wundervollen Blick auf die Straße hatten. An der Kreuzung stand ein riesiges Schild mit einem Totenkopf drauf und den Worten „Do not pass“, was die 165 in Richtung Westen auf Connecticut zu meinte.

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