Eine halbe Stunde später saßen wir im Sattel. Da Big Jack alles gekauft hatte, gab es keinen sinnvollen Grund, weiter nach Osten, nach Massachusetts zu reiten. Wir mussten also den Weg zurück nehmen, auf dem wir hergekommen waren, ja sogar den gleichen Checkpoint wieder überqueren, denn nun wussten wir, dass die Grenzposten jede Bewegung melden und unser Verbleib im Land somit auffallen würde. Das machte unsere Mission noch aufwendiger und komplizierter, denn wir wussten so vieles noch nicht und mussten unbedingt noch rauskriegen, was die Menschen von der Flucht abhielt.
Eigentlich hätten wir keinen weiten Weg, lediglich 27 Meilen bis zum Checkpoint und von dort bis zum Zug noch einmal etwa 30 Meilen. Aber wir hatten noch zu viele Fragen und mussten einen Weg in den Verbrecherstaat finden, auf dem wir unbemerkt mit unseren Männern einsickern konnten. Daher würden wir zwar am Posten mit dem Wachturm ausreisen, aber dann außerhalb der Sichtweite der Posten im gebührenden Abstand entlang der Grenze nach Norden reiten.
Alles lief soweit plangemäß. Wir kamen unbeschadet am ersten Checkpoint am Ende der Brücke vorbei. Einer der Posten verging sich gerade an einem der Käfiggirls. Der Einfachheit halber stand er mit runtergelassenen Hosen vor dem massiven Tisch der Sitzgruppe neben der Baracke. Auf dem Tisch eine der Gefangenen. Ihre nackten Beine hingen links und rechts von ihm vom Tisch, während er ihr seinen dreckigen Lurch direkt in den ausgemergelten Leib steckte. Das arme Geschöpf hatte längst aufgegeben, war innerlich schon tot. Sie leistete keinen Widerstand, ihre Arme lagen neben ihr schlaff auf dem Tisch. Ihr lebloser Blick ging durch mich durch, fokussiert ins Unendliche, als ich sie – vorbeireitend – anschaute. Ich machte mir große Sorgen um die schräg links hinter mir reitende Kris.
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