Die Legitimation bestand ja in der anberaumten Sitzung, und wie Ninas Freund es interpretieren würde, wenn er davon erfuhr oder Jon noch weitere Male mit seiner Geliebten in den Pool steigen würde, mochte sich Nina gar nicht ausmalen.
Endlich klingelte es, und unter der Tür stand der strahlende Jon. Er war gerade beim Friseur gewesen und wirkte auf Nina noch verführerischer, als er es sonst schon war. Er ließ den Blick an Ninas Rock hinuntergleiten, der ihre Rundungen erahnen ließ, und ihm gefiel, was er sah. Aber Jon war ein höflicher, sensibler Mensch und suchte umgehend den Blickkontakt mit Nina. Ein scheues Lächeln umspielte deren Lippen. Es war doch etwas anderes, eine spontane Idee zu haben, sie am Telefon zu bereden, als sie real umzusetzen. Nun war er da, Jon, ihr Arbeitskollege, und sie versprach sich einen erfrischenden und kreativen Nachmittag mit ihm. «Kannst Du mir mit den Gläsern helfen?» Jon kam aus dem Staunen nicht heraus. Die Villa von Ninas Eltern war großzügig, schon nur der Eingang mit dem Carrara-Marmorboden beeindruckte ihn. Die Küche war modern und blitzsauber, und Nina entnahm dem Kühlschrank den gläsernen Teekrug.
Wenig später machten sich die beiden mitsamt einem Laptop auf den Weg in den Garten und zum Pool. An dessen Rand hatte Nina zwei Liegestühle, einen Tisch und zwei weitere Stühle hingestellt, damit sie ihre Besprechung auch protokollieren konnten. «Hier ist es», sagte Nina verlegen und machte eine einladende Geste zum Wasser hin. Jon war ein begeisterter Fluss-Schwimmer, aber der Pool war groß genug, dass man dort drin auch seine Längen ziehen konnte. Jon kam aus eher bescheidenen Verhältnissen und bewohnte eine enge Dachwohnung, in der bereits um diese Tageszeit sechsunddreißig Grad kochten und das Wohnen praktisch verhinderten.
Im Pool
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