Resas Gitarre erinnert leicht an den Klang eines Sitars, was den indischen Touch des Songs erklärte. Margot hatte so eine hübsche Melodie noch nie gehört, die sie an Tausend und eine Nacht erinnerte. Maggie mochte auch Resas Worte, wenngleich sie etwas märchenhaft versponnen wirkten. Resa schien entrückt, als sie mit geschlossenen Augen sang. Nachdem der letzte Ton verklungen war, legte sie ihre Gitarre auf Maggies Bett ab. Resa holte eine merkwürdig aussehende Zigarette aus ihrer Umhängetasche, die sie sich zwischen die Lippen steckte. Sie entfachte sie mit einem Streichholz. Ein süßlicher Duft verbreitete sich, der Maggies Unbehagen, aber auch ihre Neugier weckte. Sie fragte erschrocken nach: „Ist das Rauschgift, Resa?“ Theresa reichte ihr den Joint, nachdem sie den Rauch an die Decke blies. „Hab keine Sorge, Maggie! Das ist nur Marihuana. Weniger schädlich als Alkohol. In London raucht fast jeder Gras und in San Francisco sowieso. Wenn es dich aber stört, mache ich den Joint aus!“ Margot nahm ihn entgegen, um einen kleinen Zug zu wagen. Sie hüstelte, um einen erneuten Versuch zu unternehmen. Diesmal sog sie den Rauch tiefer in die Lungen, die sich langsam an den Geschmack gewöhnt hatten. Margot dachte an Hedwig. Wenn die Direktorin davon erfuhr, wäre sie ihren Job als Lehrerin mit Sicherheit los. Resas Lachen lenkte sie von den düsteren Gedanken ab. Bald kicherte auch die Junglehrerin, während die Farben und Formen ihrer Tapete intensiver auf sie wirkten. Maggie wurde langsam high. Das Zeitalter des Wassermanns hatte nun auch Schloss Ruteberg erreicht. Resa setzte sich auf Maggies Schoß. Die Frauen tauschten Joint und Küsse, was sich gleichermaßen gut anfühlte. Margot gab sich der beruhigenden Gewissheit hin, dass niemand von diesem lasterhaften Abend erfuhr! Sie konnte sich diesbezüglich auf Resa verlassen. Resa lächelte, als sie Maggie unter die Bettdecke lockte. Es stand eine Vergeltung an, die Margot gerne hinnahm. Bald glich ihr Po einem roten Vollmond. Die sternenklare Nacht schluckte alle Geräusche eines lärmigen Tags. Die Frauen gaben sich der Dunkelheit hin, die dem Rausch der Sinne einen würdigen Rahmen bot. Margot ergab sich Resas Zärtlichkeiten, wie sich auch die Sängerin öffnete. Margot würde diese Nacht nie mehr vergessen, die sie in eine andere, geheimnisvolle Welt entführte. Sie rieb ihren nackten Busen an Resas Bauch, um sie erneut zu beglücken. Der eisige Winter bot genug Gründe, um sich unter einer warmen Decke aneinander zu kuscheln. Margot und Theresa machten in dieser Nacht reichlich Gebrauch davon.
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