In den Fluten unserer Träume... Teil 1

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In den Fluten unserer Träume... Teil 1

In den Fluten unserer Träume... Teil 1

Jürgen Hoffmann

Oktober, mein Gott – der erste Oktober! Es schaut aus, als ob es sogleich in Strömen zu regnen beginnen wolle, wie ich mit starrem Aufwärtsblick durch das kleine Fenster erkennen kann. Ja, von hier unten aus meinem Hobbykeller, wohin ich mich liebend oft und gern zurück ziehe, kann man es zwar schwerlich ausmachen – meine geübten Sinne jedoch trügen mich nimmer...Ist es nicht sonderbar, welch Bilderbuchtag goldenen Herbstes sich mir genau heute vor einem Jahr bot?! Die Sonne loderte vom Himmel, dass ich am liebsten mit Ines und ein paar gut gelaunten Freunden hinaus an den See zum Picknick geradelt wäre. Doch es war halt Mittwoch, ein ganz normaler Arbeitstag eben. Ich selbst hatte jedoch gerade damit begonnen, endlich einmal ein paar von meinen Überstunden ab zu feiern – aber es sollte mir trotz allem nicht langweilig werden an jenem aufmunternden Sonnentag! Ines hatte mir einen Korb mit irgendwelchen Klamotten in die Diele gestellt, welche ich zum Abändern bei Sabrina vorbei bringen sollte. Sabrina war wohl die Einzige von unseren Freunden, die genau wie ich diesen Tag ohne beruflichen Ballast im Nacken genießen konnte. Hingegen war sie zu jener Zeit eh schon seit Monaten daheim. Eine mysteriöse Erkrankung machte ihr zu schaffen, durch welche ihr das Laufen ab und an recht schwer fiel. Die Ärzte und vor allem auch Sabrina selbst standen lange vor einem Rätsel. Verdammt leid tat sie mir...
Wie aufreibend war es gerade seinerzeit um meine sinnlichen Emotionen bestellt! Wahrlich ungehalten drängte es mich danach, wo ich nun die 40 weit überschritten, noch einmal neue erotische Welten für mich zu erschließen – und ich hatte freilich davon gehört, dass ich bei weitem nicht die einzige "reife Frucht" war, der es so ergeht! Und trotzdem ließ mich das Gefühl nicht los, mich in abnormalen Niederungen zu bewegen! Hingegen – was sollte ich tun? Immer und immer wieder kehrten meine Sinne zu dieser blendenden Klippe zurück...
Ja – und nun?! Nun bat mich meine eigene Frau darum, diesen prall gefüllten Korb ausgerechnet zu jener ungemein reizvollen Sabrina zu bringen! Sabrina – ein paar Jährchen jünger als Ines und ich, eine Frau, die mir zwar nicht unbedingt von ihren Wesensarten her, dafür jedoch um so heftiger ob der einzigartig sinnlichen Grazie, über alle Maßen gefiel. Ohne Zögern würde ich ihr eine Topfigur bescheinigen, trotz angeschlagener Gesundheit! Als femininer "Blickfang" ist sie ja ohnehin der Männerwelt weit und breit bekannt. Schon allein
diese Haarpracht! Nirgends anders hab ich bisher solch golden blondes Haar gesehen – stets zauberhaft elegant über die Schultern gewellt. Dazu diese ozeanblauen Augen und jugendlich glatte Haut, ohne irgendwelche dicken Cremschichten darauf. Eben schlicht und einfach natürlich – natürlich schön! Markante, prickelnd geheimnisvoll anmutende Lippen – zum Anbeißen verlockend mit dieser so lässig leicht vor stehenden Unterlippe, welche sie so verführerisch sanft auf die Oberlippe zu pressen verstand. Zu jeder Schandtat wäre ich bereit gewesen, diesen rosafarbenen Zauber einmal küssen zu dürfen. Jedoch – wie unerreichbar fern schienen diese Träumereien...
Mein Pulsschlag glich mehr und mehr einem Trommelfeuer, je näher ich ihrem Haus kam. Dabei gab es eigentlich nicht den geringsten Grund, aufgeregt zu sein! Ich würde ihr ja nur diesen für mich so unbedeutenden Korb in die Hand drücken, ein paar freundliche Worte wechseln – und wieder brav von dannen schreiten, oder??? Seltsam dominante Stimmen riefen mir hingegen immer heftiger ins Bewusstsein, dass es eben nicht so sein könnte – und selbiges Echo lockte meine Sinne von Schritt zu Schritt fester in seinen Bann...
Das schmucke Reihenhaus, in dem sie seit ein paar Jahren mit Ralf und ihren beiden Söhnen wohnt, liegt in der beschaulichsten Wohngegend des Ortes, genau dort, wo die dichten Wälder unser Städtchen berühren. Der prächtigste Vorgarten weit und breit – und nichts lässt darauf schließen, welch ehelich frostiger Stumpfsinn sich leider hinter dieser feinen Fassade verbirgt!
Aus der Ferne schlug die Kirchturmuhr gerade zehn, als ich vor dem Hause angelangt und das aufgebrachte Hündchen der Nachbarsleute mich mit einem Heidengebell begrüßte – doch dann auch ebenso flink verschwand, wie es erschienen war. Einige Wochen waren schon wieder vergangen, seit ich mit Ines zugegen war – die Grillfeste waren nicht zu verachten, nur das halt Sabrinas holder Gatte von Zeit zu Zeit seine geschmacklosen Aussetzer...
Ward ich doch bis dato tatsächlich noch nie allein auf diese reizende Sabrina getroffen! Wie eine Mimose erstarrte ich ob jener brisanten Feststellung und es rumorte in meinem Magen so heftig, dass ich mich in fast vergessene Zeiten zurück versetzt fühlte – eben wie damals, als ich es mehr als nur einmal vergebens anging, Heidi, meiner geheimen Jugendliebe, den Hof zu machen...
Zweimal drückte ich fest den goldenen Klingelknopf, ehe sich die Haustür sachte öffnete. Sofort, als ich Sabrina erblickte, ward ich von ihrem Lächeln so heftig befangen, dass mir
bange wurde, keine vernünftige Silbe heraus bringen zu können! Was war nur mit mir? Etwa schon wieder diese "blendende Klippe"???
Jedenfalls fühlte ich mich von diesem feminin bezaubernden Anblick schier überwältigt! Ganz sicher blieb dieser heikle Umstand ihrem vermuteten Feinsinn nicht verborgen, denn ihre sonst so schrille Stimme klang völlig ungewohnt – so sanft und vage – und ich hätte mich wohl daran erinnert, wenn ich sie zuvor einmal so reserviert hätte reden hören...
"Ach – Holger – natürlich – die Blusen. Das hätte ich jetzt beinahe vergessen. Du hast Glück, ich wollte soeben zum Einkaufen fahren. Aber bitte, komm doch rein..."
Diese verführerische Stimmlage ließ mich förmlich nach Luft hecheln – als drückte mir jemand rücklings die Kehle zu! Einfach nur süß, wie sie so in der Türe stand – in den hautengen blue Jeans – in jenes hellbraune gehäkelte Jäckchen, welches genau zwischen ihren steilen Brüsten mit dünnen Bändern zusammen gebunden, gezwängt – um das entzückende Bäuchlein ein leger flatterndes, fast gleichfarbenes Top – und der offenherzige Einblick direkt über den dünnen Schnürbändern war ja schon fast die Verführung selbst...
"Nein, lass nur, Sabrina – ich will dich auf keinen Fall aufhalten. Nimm mir bitte nur diesen lästigen Korb hier ab, dann verdufte ich auch gleich wieder!"
Leicht verwirrt bemerkte ich, dass auch meine Stimmlage bei weitem nicht der gewohnt stoischen entsprach, was sie mit feinsinnigem Schmunzeln registrierte – und kommentierte...
" Aber nun! Jetzt bist du extra den weiten Weg gegangen! Auf einen Kaffee hast du doch wohl noch Zeit, ja?"
Noch während sie mir selbiges in ungewohnt stiller Reserviertheit offerierte, kam sie mit wankenden Schritten die paar Stufen herunter, um mir das kunstgeschmiedete Tor zu öffnen – obwohl sie dies viel einfacher per Türdrücker hätte tun können! Irgendwie glaubte ich mich wie in berauschter Phantasie – als Sabrina mir jetzt, einer sinnlichen Göttin gleich, so nahe wie nie vorher, gegenüber stand! Die fesselnde Augenpartie mit der Meinen eine funkelnde Linie bildend – die glänzend feine Stirn mit dem stilvoll nach oben gewellt, goldblonden Haaransatz – die geröteten Wangen und jenem so schneidig sinnlich geschwungenen Mund, wie immer im zartesten Rosa – und diese Duftwelle, so einnehmend verführerisch...
" Ja – Sabrina – wenn du mich so nett darum bittest. Aber – was sollen deine Nachbarn denken, wenn du einfach so einen wildfremden Mann zu dir ins Haus bittest?"
Welch süßes Augenzwinkern sie mir doch zuwarf, ehe sie mir mit vorsichtigem Schritt voraus ging und mit erhellter Stimme meinte:
"Ach – die lieben Nachbarn! Sollen sie sich doch ihre Reime machen, wenn sie mögen – und außerdem bist du ja kein wildfremder Mann, oder?!"
Trotz wankender Haltung gab sie eine süperb klassische Figur ab, wobei dieser vollendet knackige Po schon jetzt seine Reize in und an mir nicht verfehlte...
" Sie könnten es aber annehmen – und es deinem lieben Ralf verpetzen!"
" Puh – sollen sie doch tun, was sie nicht lassen können!"
Der bebende Hall ihrer feinen Stimme wirkte so aufwühlend auf mein Gemüt, dass ich mich echt sammeln musste, um nicht sogleich irgend einen unüberlegten Stuss von mir zu geben – war ich mir doch postum sicher, diesen verheißungsvollen Event vollends aus zu schöpfen. Wähnte ich mich doch nie vorher so dicht davor, den Sprung über besagte Klippe zu wagen...
Das kraftvolle Blau ihrer Augen leuchtete mit den einfallenden Sonnenstrahlen um die Wette, als sie mir in charmant gedämpfter Heiterkeit einen Platz in der idyllisch anmutenden Essecke anbot. Eine langstielige gelbe Rose, welche an Schönheit nur von ihrer sanften Anmut selbst übertroffen, schmückte den runden, rustikalen Tisch – und die Atmosphäre ward von solch einzigartig romantischer Stille geflutet, dass sich nun gar ein wenig Beklemmung mit meinem donnernden Herzschlag vermischte – doch die Gegenwehr in Form sensitiv femininer Schallwellen zeigte umgehend Wirkung:
"Bin gleich bei dir, Holger! Magst du etwas Napfkuchen dazu?!"
"Vielen Dank, Sabrina – aber ich hab echt reichlich gefrühstückt!"
"Holger – bitte – nur ein Stück!? Er ist noch ganz frisch!"
"Na gut – aber nur, weil du ihn gebacken hast!"
Auch wenn sich ihre feine Hülle in selbigen Moment noch meinen Blicken entzog, so vermochte ich trotzdem deutlich zu spüren, wie gut ihr dieses betonte Wörtchen du getan hat!
Wie zu einem ersten romantischen date saßen wir uns vis a vis und das strotzende Sonnenlicht fiel genau zwischen unseren Köpfen ein – bis es mehr und mehr ihren geheimnisvollen Teint erhellte. Schmunzelnd ruckte meine liebreizende Gastgeberin mit ihrem Stuhl ein Stück nach hinten und meinte, während sie das gelbe Haferl an jene sinnlichen Lippen führte:
"Ist das nicht toll – ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, dass es noch einmal so warm werden würde. Ich liebe es, wenn es so warm und freundlich hell ist..."
"Ha – wenn du mich fragst – also ich bräuchte keinen Herbst und erst recht keinen Winter! Übrigens finde ich, dass das heute irgendwie ein ganz besonderer Tag ist..."
Sanft wie eine verlegen junge Prinzessin senkte sie ihren smarten Kopf zur Seite und die wellig goldene Haarpracht suchte sich neuen lockeren Halt...
"Findest du? Meinst du – wegen dem herrlichen Wetter?"
Erstmals spürte ich jetzt heftige Stiche unter meiner Brust! Als sog ihre neu erfahren feine Stimme samt dezent verführerischer Blicke soeben etwas aus mir tief in ihr feinfühliges Innenleben! Langsam glaubte ich ernsthaft daran, Probleme mit meinem Lufthaushalt zu bekommen, wenn ich noch länger mit dieser zauberhaften Freundin allein sein würde...
"Auch – aber – nicht nur deswegen..."
"Weswegen denn noch?"
"Mm...-weswegen noch??? Weißt du, Sabrina – so ein herrlicher Vormittag ist weiß Gott nicht alltäglich für mich. Da sitze ich hier bei einem vorzüglichen Kaffee, einem köstlichen Stück selbst gebackenen Kuchen, auf einem netten Plätzchen – allein mit einer wirklich liebenswerten und noch dazu wunderschönen Frau – und dazu scheint die Sonne so hell, wie sie es eigentlich den ganzen Sommer lang kaum getan hat..."
‚Oh’, dachte ich leicht erlöst bei mir, ‚das hatte gewirkt!’ Die liebliche Röte stieg ihr augenblicklich ins leuchtende Angesicht und Sabrina bezeugte sich mir in wahrhaft entzückend verlegenem Charme...
"Es ist beinahe so, als erwachten die Pflanzen heute zu neuem Leben...", versuchte sie sich leicht unbeholfen von ihrem reizenden Scham zu befreien – was meine Empfindungen ihr gegenüber nur noch mehr erhitzten – und ich durfte sogleich eine lyrische Gabe ihrer Sinne erfahren, welche ich so feinsinnig kaum erwartet:
"Deine Pflanzen sind echt eine Augenweide, Sabrina..."
"Holger, weißt du – manchmal denke ich, wenn ich hier so allein bin – dass es doch tausendmal wertvoller ist, diese wunderschönen, vielfältigen Pflanzen zum Leben zu erwecken und sie zu pflegen – als darüber zu klagen, dass es auf dieser maroden Welt nicht mehr genug davon gibt..."
Wie ein Mirakel durchdrangen ihre sanft formulierten Worte meine poetisch angehauchten Sinne, während sie selbst, um den brennenden Sonnenstrahlen zu entweichen, ein mächtiges Stück näher zu mir heran ruckte – und wie liebend gern kam ich ihr doch gewandt ein wenig entgegen. Verzaubert ob ihrer verlegenen Reize musste ich es einfach wagen, wenigstens für den Hauch eines Augenblicks jene erlesen anmutende Haut auf der Meinen zu spüren - freilich in der Hoffnung, sie dadurch in eine neue Bahn zu geleiten, war mir doch längst bewusst, dass unsere romantische Zweisamkeit auch in ihrer empfindsamen Seele wühlte...
Traumhaft verfingen sich die aufdringlichen Sonnenstrahlen in ihren goldblonden Haaren, als ich rasch den Zeigefinger meiner rechten Hand auf den dünnen kleinen Finger ihrer Linken
legte und einmal ganz bedächtig an dessen Innenseite bis zu seiner Wurzel entlang glitt. Noch jetzt prickelt es mir wie wild unter der Haut, wenn ich an diesen unseren ersten Moment sensibelster Berührung zurück denke – so unübertroffen feinsinnig, erregend, lähmend...
Und ich erkannte wohl, wie schwer es ihr fiel, sich von ihren Emotionen zu lösen, ehe sie dazu in der Lage war, verängstigt schmunzelnd die Hand ruckartig zurück zu ziehen. Mein Pulsschlag erreichte wohl eine Frequenz, wie nie vorher in meinem nicht mehr ganz so jungen Leben. Doch ich musste klaren Kopf behalten – um jeden Preis!!!
"Das – das – hast du aber wirklich nett gesagt, Sabrina – so..."
"Ja? Aber..."
"Doch – hast du – und weißt du, ich find das einfach wunderschön mit dir hier so allein..."
"Hat dir mein Kuchen geschmeckt?", suchte sie erneut unsere Fänge in harmlosere Bahnen zu lenken.
"Sehr gut! Übrigens – du hast da einen dicken Krümel am Mund..."
Wieder kehrte die soeben verebbte Röte in ihr feines Gesicht zurück, wie sie kichernd mit der Zungenspitze nach dem Krümelchen haschte, wobei sie sich ein wenig von mir abwendete. Oh, wie liebend gern hätte ich ihr diesen süßen Happen abgenommen...
Jene aufheiternde Situation schien sonderbar beglückendes in ihr bewirkt zu haben, denn nun traf mich ihr liebliches Lächeln in nie erlebter Manie – so ungemein tief dringend, wie ernsthaft verhüllt...
Nahe davor, einfach zur "Attacke" über zu gehen, war ich mir jedoch schmerzhaft darüber im Klaren, dass dies bei ihrer gestressten Seele auch ganz flink nach hinten los gehen könnte. Also blieb mir nichts anderes über, als es mit einem "zeitweiligen Rückzug" neu an zu gehen:
"Sabrina – ich denke, ich werde dich jetzt nicht mehr an deinen Einkäufen hindern und dann mal gehen. Danke für die köstliche Bewirtung und die noch köstlichere Gesellschaft. Es war wirklich sehr schön – so schön, dass man es direkt mal wiederholen..."
Verkrampft und doch irgendwie erleichtert lachte sie mir verhalten ins Wort:
"Ja, es war echt sehr nett – aber was denkst du – was würde Ines dazu sagen?"
"Und – Ralf?"
Damit wagte ich es wohl eher unbewusst, ihrer aufkeimenden Gelöstheit, nach der ihr ohnehin kaum zumute war, Einhalt zu gebieten – und wieder dieses unglaublich flehende Lächeln!
"Ich weiß nicht – was sollte er denn sagen?", warf sie mir kleinlaut zurück und verschränkte wie ein junges Mädchen, welches vergeblich nach Erklärungen sucht, die Arme vor ihren reifen, stolzen Brüsten. Ganz schnell musste ich die Gedanken um ihren lieblos gesinnten
Gatten aus dieser Traumidylle verbannen – worauf sich mir ein auffälliges Foto in die erstmals von ihr abschweifenden Blicke warf, welches präsentierend auf einem der schmucken Regale einen Ehrenplatz inne zu haben schien:
"Sabrina, sag mal – wann habt ihr denn dieses Foto dort geschossen? Ist mir vorhin schon aufgefallen. Habt wirklich zwei goldige Jungs – und ich find es super, dass euer Tom und unser Andy so dicke Freunde geworden sind..."
"Find ich auch gut, ehrlich – zumal sie ja früher nie so gut miteinander konnten..."
Schweigend trottenden wir hinüber zu jenem Regal mit dem "rettenden Foto" darauf. Vorsichtig nahm sie es in ihre schlanken zarten Hände, wobei ich ganz nahe an sie heran ruckte. Mein Arm berührte sanft den Ihrigen und ich spürte in erregender Feinheit, wie die sensible Wärme ihrer Haut durch die offenen Stellen jener modischen Häkeljacke drangen und sinnliche Wellen mit sich trugen, deren Wirkung mich in einen reinen Taumel versetzte – quasi wie der Aufruf zu einem sinnlichen Prolog, wie ein leiser letzter Hilferuf aus unser beider Seelen...
Glücksrauschen durchkämmte meinen Körper von Süd nach Nord und von Nord nach Süd – und zum ersten male meldete sich der intimste Bote meiner Sehnsüchte in heftigster Ehrerbietung, als ich registrieren durfte, dass sich Sabrina wie ein zufriedener Engel an mich lehnte und sich ihr warmes, weiches Haar auf meiner Schläfe verlief.
Auch wenn sie mir bedeuten wollte, sie wäre in diesem Foto versunken – nun, sie ward sehr wohl versunken, aber in ganz anderen Tiefen...

 

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