In der Südprovinz

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In der Südprovinz

In der Südprovinz

Anita Isiris

Eine halbe Stunde später war aber auch Atusa geil. Das junge Paar versank in einem intensiven Zungenkuss, wobei Chris unablässig Atusas Busen streichelte. Sie rollte ihre Strumpfhose nach unten. „Stop“, rief ich ins Mikrofon. Das war unsere teuflische Folter. Wir wussten, dass Flitterpaare geil waren aufeinander, wie Frettchen. Klar. Sonst hätten sie ja nicht geheiratet, wären nicht zu uns in die Südprovinz gekommen, um unter freiem Himmel zu vögeln. Wir ertappten sie in flagranti, gaben ihnen zu trinken und zu essen, kleideten sie untenrum ein, sperrten sie in eine gemeinsame Zelle. Wir erlaubten ihnen das Küssen, das Knabbern am Ohrläppchen, das Streicheln des Oberkörpers. Aber unter der Gürtellinie, da kam das Verbot. Sie durften kuscheln, schmusen, kneten, aber keinesfalls ficken. Chris musste auf Atusas Muschi verzichten, sie auf seinen Riesenschwanz. Nach einer weiteren Stunde erfasste die beiden Verzweiflung. An den Shorts von Chris war eine enorme Wölbung zu erkennen. Aber er durfte einfach nicht. „Stop“, rief ich jedes Mal ins Mikro, wenn er Anstalten machte, ihr die Strumpfhose vom Leib zu fetzen.

Dann war unser Nachtdienst vorüber, wir vollzogen die Übergabe ans Tagesteam und gingen nach Hause zu unseren Kindern und Frauen – Jolim, Kim, Erkan und ich.

Zu Hause war ich dann eher abwesend, dachte dauernd an Atusa, was meine Frau Atide rasch bemerkte. „Du bist abwesend, Schatz“, sagte sie beim Abendessen. „Du bist abwesend, Schatz“, sagte sie, als ich mit den Kindern spielte. „Du bist abwesend, Schatz“, sagte sie, als ich mit ihr schlief. Als ich in Atide eindrang, dachte ich an Atusas gottverdammte Möse.

Wir verfolgten, wenn ich ehrlich bin, nur ein einziges lapidares Ziel: Wir wollten, dass die Flitterpärchen geil wurden aufeinander – und sie dann am Beischlaf hindern.

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