In Feindesland

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Reinhard Baer

“ Offensichtlich hatte ich seinen Geschmack getroffen.
Der andere öffnete die Schranke und ließ uns durch. Etwa 300 m weiter kam das nächste Wäldchen. Kaum außer Sichtweite des Schergen auf dem Wachturm hielt ich mein Pferd an. „Komm, wir haben noch ein bisschen Zeit, die 2 Meilen bis Charlestown schaffen wir schnell. Bis zum Dunkelwerden sind wir auf jeden Fall da. Lass uns ein bisschen den Posten beobachten.“
Wir verließen die Straße und ritten ein Stück in den Wald hinein, wo wir die Pferde anbanden. Dann pirschten wir uns zum Waldrand zurück. Auf die Entfernung brauchten wir nicht mal meinen Feldstecher für die Beobachtung.

Beide brutal aussehenden Kerle, die aber vielleicht doch nicht so helle waren, standen da und blätterten das Heft durch. Plötzlich überließ der eine den gedruckten dänischen Western dem anderen und ging zum Käfig. Er schloss auf, ging hinein und zerrte eine der beiden Frauen am Handgelenk hinter sich her aus dem Käfig. Nachdem er diesen wieder sorgfältig abgeschlossen hatte, zerrte er die Frau in die Blockhütte.
„Mein Gott“, sagte ich zu Kris, „was ist hier los?“ Ich wusste natürlich genau, was hier los war, hatte es aber nicht ausgesprochen. Das übernahm nun Kris für mich. „Furchtbar, die halten sich Frauen zu ihrer Belustigung bei diesem einsamen Job!“
Wir blieben noch ein paar Minuten, aber sonst passierte nichts. Als es so dämmrig war, dass der Posten auf dem Turm sinnlos wurde, kam er herab. Auch die Frau wurde aus dem Haus gezerrt, nackt. Der Posten trieb sie in den Käfig zurück und warf ihre Kleidung hinterher.
Wir hatten wahrlich genug gesehen! Nun mussten wir uns sputen. 20 Minuten später waren wir in Charlestown.
Auf dem Schild am Eingang des Städtchens hatte man die Zahl der Einwohner durchgestrichen und handschriftlich neu hinzugefügt.

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