Statt knapp 8.000 Einwohner hatte der Ort etwa 2.700.
Immerhin gab es ein Hotel. Das übliche Loch mit fließendem Kaltwasser und ohne Strom, dafür mit umso mehr Ungeziefer. Aber sie hatten einen abschließbaren Stall, was wegen der Tiere und der Vorräte unbedingt wichtig war.
Der Portier sah im Grunde noch schmieriger aus, als die beiden Typen an der Straßensperre, was eine ziemliche Leistung war. Er kassierte – natürlich im Voraus – vier New$.
„Ist aber ein happiger Preis für so eine Butze!“ Das konnte ich mir nicht verkneifen.
„Tja, ein Dollar Tourismusabgabe …, kleiner Scherz. Der Buck geht als Tribut an Big Jack.“
„Wer ist Big Jack?“
„Du kennst Big Jack nicht? Der örtliche Warlord. Er residiert in Jamestown.“
Nach einem kärglichen Abendessen verzogen wir uns in die ranzige Bude und die war – das könnt ihr mir ruhig glauben, meine Freunde – wahrlich kein Vergnügen. Kris war in einer Hinsicht wie Jill und Linda – und ich froh darüber. 😉
Egal wie widrig die Umstände waren, sie hielt auf Hygiene. Sie stand genauso quiekend und zitternd am Waschbecken wie die anderen Frauen in meinem neuen Leben es getan hatten, zog es aber durch und gab keine Ruhe, bis sie nicht mit dem Waschlappen gründlich kalt durchgefeudelt hatte – überall!. Ich gestattete mir währenddessen, gedanklich abzuschweifen. …
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Meine Gedanken gingen Jahre zurück, verschiedene Szenen schossen mir durch den Kopf. Es war viel passiert seit der Katastrophe.
Ich musste daran denken, wie ich Wochen nach dem großen Crash auf die völlig abgemagerte Jenny stieß und wie unsere gemeinsame Nacht verlaufen war, wie sie mich mit einem Waschlappen und reichlich Seife gewaschen hatte, von Kopf bis Fuß. Auch bei mir dauerte es eine Weile, bis ich mich halbwegs an das kalte Wasser gewöhnt hatte und nicht bei jeder Berührung zusammenzuckte.
In Feindesland
Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft
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