Wir versuchten, möglichst unauffällig zu wirken und trotteten gemächlich dem Posten entgegen. Zwei finster dreinblickende Figuren mit umgeschnallter Pistole und Sturmgewehr in der Hand. Auf dem Turm, einer wilden Konstruktion aus Stahl und Holz, offenbar erst vor Kurzem eilig zusammengebrettert, stand ein dritter Mann. Ob in dem Blockhaus noch weitere von den Arschgeigen waren, konnte man nicht erkennen, aber etwas anderes erschütterte uns zutiefst. Neben dem Blockhaus war ein Käfig, mannshoch und etwa 3 × 3 m groß. Darinnen kauerten zwei ziemlich abgerissen wirkende Frauen. Sie kauerten nebeneinander in einer Ecke und spendeten sich gegenseitig etwas Wärme.
Ein schrecklicher Anblick, aber wir mussten uns auf die bewaffneten Gestalten konzentrieren.
„Was ist der Grund eurer Reise?“
„Wir wollen nach Bourne/Massachusetts. Wir sind dort verabredet, … wir sind Händler.“
Eine der beiden Gestalten kam näher, während der andere aus einiger Entfernung sicherte. Das waren keine Anfänger! Nicht so wie in Hollis als Linda und ich Hannibal Lector ausgekundschaftet hatten. Die hier hatten Walkie-Talkies an ihren Gürteln, standen also mit irgendjemand in Verbindung. Gar nicht gut! Der, der die Frage gestellt hatte, schaute skeptisch.
„Was handelt ihr denn?“
„Och, verschiedene Dinge. Was knapp ist und was die Leute wollen. Rasierklingen, Hygieneartikel für Frauen, Schmerzmittel, Pornohefte …“
Ich brauchte gar nicht weiter sprechen…
„Pornohefte? Zeig mal eins!“
Ich kramte in der rechten Satteltasche und zog ein fabrikneues, noch eingeschweißtes Pornoheft aus der Tasche. Auf dem Titelblatt versuchte eine ‚Hausfrau‘ von etwa 50 Jahren mit gigantischen weißen Möpsen, lasziv zu schauen.
So ein Profi war er wohl doch nicht, denn er grapschte danach und sagte: „Ist beschlagnahmt. Ihr könnt passieren.
In Feindesland
Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft
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