„Na, da hat man sie aber schlecht beraten. Sie haben eine so feine Haut; ...und sicherlich auch sehr süßes Blut, ...so süß, wie sie aussehen“, ...neckte die Lagerchefin.
„Sie würden morgen früh nach dem Aufstehen wie ein Streuselkuchen aussehen. Die kleinen Vampire lachen doch nur über solche Mittelchen. Außerdem gibt es hier recht hässliche Spinnen, die bevorzugt in warme Betten kriechen. Erst kürzlich hat mich der Professor vor solch einem Ungeheuer gerettet.“ ...Freundschaftlich warf die Walküre Sabin ein gebrauchtes Netz zu.
„Aber nun wünsche ich ihnen eine gute Nacht. Die lange Anreise wird sie gewiss ziemlich geschafft haben...“
Da konnte unsere Schöne nicht widersprechen. Sie schaffte es gerade noch, ihre tropenfeuchten Sachen auszuziehen. Als sie sich dann mit letzter Kraft auf die Pritsche bettete und ihren mitgebrachten Teddybären an die Brust drückte, übermannte sie auch schon ein tiefer Schlaf.
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Es dauerte nicht lange, da stellte sich auch schon ein wilder, feuchter Traum ein.
Sabin verfolgte darin einen schönen, bunten Vogel. Trotz ihrer Nähe war das Tier nicht etwa davon geflogen. Es hüpfte und flatterte nur vor ihr her, als wolle es sie auffordern, ihm zu folgen.
„Merkwürdiger Vogel“, ...sprach‘s noch, und lief ihm auch schon hinterher. Sie war derart begeistert, dass sie gar nicht bemerkte, dass er sie durch sein tanzendes Hüpfen und Singen, genau wie der Böse Wolf im Märchen, immer mehr vom rechten Weg, und immer tiefer in den Urwald lockte.
Welch Wunder. Plötzlich flog das kleine Mistvieh einfach davon, ...und Sabin hatte sich im fremden Wald verlaufen...
Und schlimmer noch: Keine einzige Spur verriet unserer Heldin den Rückweg, denn Sträucher und Gräser hatten sich hinter ihr gleich wieder aufgerichtet…
Unter dem vielstimmigen Geschrei des Zwielichts, streifte das Blondchen orientierungslos durch die grüne Hölle.
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