Aber immerhin habe ich Medizin studiert, habe mich durch Fächer wie Statistik, Physik und Orbitalmodelle in der Chemie gequält, Aminosäuren zeichnen gelernt und mehrere Dutzend Leichen seziert – oder zumindest Teile davon. So beeinträchtigt kann ich also nicht sein. Meine einzige Behinderung? Mein ganzes Streben gilt dem Weib, seiner Seele, seiner Adnexe, seinem Hormoncocktail, dem hypothalamo-hypophysären System und, klar, den Stellen, an denen ich mit meinem Cock andocken kann oder darf. Vaginales Plattenepihel. Bartholinische Drüsen. Sphincter Ani. Immer und überall einvernehmlich. Die Frauen wollten mich, und ich wollte sie. Viele hatte ich lediglich aus Gnade gestossen. Sie waren nicht meinen Typinnen, zuviele Tattoos allüberall, aber ich hypnotisierte und fickte sie trotzdem. Manche waren überraschend geschmeidig und wandelten sich während des Verkehrs dann doch in „women of interest“, wenn sie stöhnten, wenn sie erröteten, wenn ihre Nippel spitz wie Bleistifte wurden. Oh Gott. Meine Gedanken wurden allmählich wirr, merkte ich gerade, aber das war auch kein Wunder. Ich hatte ja keine Ahnung, wie ich aus dieser Zelle rauskommen sollte. Dann hatte ich eine Idee. Ich erhob mich leise und trat hinter die Frau. „Je peux?“. Sie fuhr herum, der Schrei blieb ihr aber in der Kehle stecken. Ich berührte eine ganz bestimmte Stelle an ihrem linken Oberarm. Es gibt diese Stelle bei jeder Frau. Berührt man sie dort, fühlt sie sich nicht bedrängt, sondern beschützt. Beschützt von einem Häftling? Ich machte mir nichts vor, flüsterte ihr aber ins Ohr. „Que tu es belle...“. Mein Verhalten war derart ostentativ-unmöglich, dass ich problemlos vorausahnen konnte, dass sie mich nun in eine Gummizelle stecken würden. Aber nichts dergleichen geschah. „Je m'appelle Charlotte“. Sie wandte sich mir zu und zwinkerte. Dann schob sie mir ihre Hand in die Linke nd ihre Zunge in den Mund. „Char...Char...
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