Mr Webster, bei meiner Tätigkeit als Aktmodell erhalte ich immer wieder auch Angebote, Erotik- und Pornofilme zu drehen. Dies habe ich bewusst abgelehnt, wiewohl Sie nach meinen vorangegangenen Erläuterungen nicht auf eine Gegnerschaft per se schließen dürfen. Schon während meines Studiums habe ich meine Praktika bei einem modernen Thinktank absolviert, bei dem ich, das erfahren Sie jetzt exklusiv, gerade einen Arbeitsvertrag unterschrieben habe. Schwierigkeiten im Beruf erwarte ich wegen meiner Aktfotos auch künftig nicht. Diese Denkfabrik beschäftigt sich mit wesentlichen Zukunftsfragen. Weder stehe ich dort an vorderster Front noch ist mein ganz persönlicher Werdegang abträglich für die Positionierung progressiver Politik. Eine selbstbewusste, selbstbestimmte Frau, die sich nicht in Schemata gängiger Erwartungshaltungen drängen lässt, wird dort eher als Aushängeschild gesehen.
Mrs Westbrooke, das verstehe ich jetzt doch nicht ganz. Es handelt sich bei der gängigen Aktfotografie ja schon um die Darstellung eines sexualisierten Alltags. Das wird gerade aus der Sicht auch moderner Frauen kritisiert.
Mr Webster, in Teilen zu Recht. Aber wie das so ist mit klar definierten Grenzen, Schwarz-Weiß-Malerei ist nur im Ausnahmefall geeignet, etwas trefflich beschreiben. Das bunte Gemälde liegt meist näher an der Vielschichtigkeit der Lebenswirklichkeit. Eine einseitige Verherrlichung von ungesunden Schönheitsidealen kritisiere ich auch.
Aber Mrs Westbrooke, Sie entsprechen doch, entschuldigen Sie bitte, wenn ich das so deutlich ausspreche, mit ihrer außerordentlichen Attraktivität, ihrer Figur und ihrem im ureigensten Sinne des Wortes un-verschämten Sexappeal doch genau diesem Schönheitsideal, dem die meisten nach hecheln.
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