Intime Beichten - Teil 5

Neunter Tag.

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Intime Beichten - Teil 5

Intime Beichten - Teil 5

Joana Angelides


Der mich umgebende, mich umschmeichelnde Sand erregte meine Sinne und ich wurde immer unruhiger.
Natürlich wurde mir die Sonne nach einer Weile zu viel und ich richtete mich auf. Unweit vom Strand stand dieser wundervolle Baum. Ein alter, knorriger Olivenbaum, der Stamm dunkel und mächtig, die Blätter silbrig, grün, wie mit tausend Fingern, die sich bewegten.
Erinnerte mich an ein Gedicht, eine Ode an einen Olivenbaum, das ich einmal las:
Dein Stamm ist dunkel und kräftig,
knorrig und mächtig.
Du stehst da, seit vielen hundert Jahren.
In Sonne und Regen konntest du bewahren
Deine Ruhe, Deine Würde.
.......
Das Gedicht war länger, doch diese Zeilen haben sich in mein Gedächtnis eingeprägt.
Ist dir das auch schon passiert, daß einen Fragmente von Gedichten oder Melodien einfallen in gewissen Situationen?
Ich legte mein Handtuch unter den Baum und setzte mich, mit dem Rücken angelehnt an diesen knorrigen Stamm, darauf.
Die Sonne stand hoch am Himmel, kein Geräusch war zu hören, der Strand war menschenleer.
Die beweglichen Blätter warfen Schatten auf meine nackte Haut und spielten mit meinen Brustspitzen, indem sie darüber strichen und die flimmernden Schatten leicht vibrierten.
Es schien, als ob sie mich küßten und streichelten. Immer, wenn Sonnenstrahlen direkt durchkamen, die Schattenmuster unruhig hin und her schwankten, erzeugte die Wärme angenehme Gefühle, die mich erschauern ließen.
Ich schloß meine Augen und in meiner Fantasie fühlte ich mich von diesem Baum in den Arm genommen, leicht hin und her geschaukelt und von seinen Ästen aufgehoben. Er war für mich der starke Liebhaber, der mich emporhob, zurück beugte, vom Nabel ausgehend mit seinen flüsternden Lippen auf meiner Haut entlang nach oben streicht und mich erzittern läßt. Die leichte Brise vom Meer verfing sich in seiner Krone und die Blätter erzählten mir seine Geschichte. Er flüsterte mir geheimnisvolle Dinge ins Ohr und küßte dabei meine Ohrläppchen.

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Gedichte auf den Leib geschrieben