Intime Beichten - Teil 5

Neunter Tag.

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Intime Beichten - Teil 5

Intime Beichten - Teil 5

Joana Angelides

Mein ungeduldiger Freund, ich kann dir nicht täglich Berichte schicken, weil eben nicht jeden Tag etwas geschieht, so leid es mir selbst tut. Doch ich glaube, wenn ich jeden Tag ein solch intensives Erlebnis hätte, das würde ich emotional nicht verarbeiten können.
Aber gestern war es wieder so weit und endlich kam dieses ersehnte Mail. Wie immer die gleiche Ortsangabe, mit dem Zusatz
".........bitte nehmen sie wieder die Maske mit"
Es ist schon etwas seltsam, dieser Mann kennt meine intimsten Geheimnisse, Wünsche, meine Schwächen und auch meine Stärken, weiß wann ich fast zusammenbreche und doch sind wir im Umgang noch immer auf Distanz und per "Sie". Nur wenn er mich in den Armen hält, meine Erregung stimuliert, oder mich beruhigt, dann flüstert er mir das "Du" ins Ohr.
Ich betrat nachmittags wieder den schon bekannten Vorraum, legte meinen leichten Umhang ab und ging zögernd ein paar Schritte als er bereits wieder hinter mir stand.
Wieder berührte er meinen Ellbogen leicht und dirigierte mich sanft in Richtung des Schlafzimmers. Es wurde bereits zu einer Zeremonie, daß er mir den Zipp am Rücken öffnete und ich das Kleid einfach fallen ließ.
"Legen sie bitte die Maske an, ich bin gleich wieder da."
Ich tat, wie geheißen und setzte mich dann auf den Rand des Bettes. Doch die Erregung hatte mich schon erfaßt und ich ließ mich nach rückwärts fallen. Ich fiel auf etwas weiches, mich mit tausend Fühlern berührendes. Es war eine Decke aus Nerz, ich spürte die charakteristische Weichheit dieses Pelzes.
Meine Nerven waren angespannt und ich hörte in die Stille hinein, um irgend etwas zu erlauschen. Waren da die Geräusche aus dem Wintergarten wieder zu hören, das Vogelgezwitscher, das Rauschen von unsichtbaren Wasserfällen? Der Duft nach Mandarinen und Blumen? War da nicht das Fauchen von Wildkatzen?
Ich lag da, hörte mein Herz pochen, den Puls konnte ich zählen, ohne hinzufassen. In dieser Spannung berührte mich etwas weiches, elektrisierendes. Es war wie eine Hand, doch gleichzeitig spürte ich, es war pelzig, mit tausend Härchen und der Geruch nach wildem Tier verbreitete sich. Ich schrie ängstlich auf.
"Nein, bleibe ruhig, es ist nur mein Handschuh. Ich habe einen Nerzhandschuh an und werde dich nun wach streicheln, bist du jedes Geräusch doppelt zu laut hörst, bist jeder Nerv in dir zu singen beginnt."
Er begann sofort, dies Wirklichkeit werden zu lassen.
Lieber Freund, bist du schon einmal völlig nackt auf einer Nerzdecke gelegen, haben dich die Härchen des Felles gestreichelt, elektrisiert und verwirrt? Es war ein neues, unglaubliches Erlebnis für mich.
Mit seiner Hand, die den Handschuh trug, strich er einmal rasch, einmal langsam, manchmal nur einen Millimeter über der Haut, über mich und erregte mich derart, daß ich wieder einmal, wie schon öfter unter seinen Händen begann, mich hin und her zu werfen.
Je öfter ich mich ihm auslieferte, desto offener und befreiter gab ich mich.
Ich spürte seinen warmen Atem an meinem Hals, dann seine Lippen wieder an meinen Brustspitzen. Ich begann mich zu krümmen und zu zittern. Nun strich der Nerzhandschuh über meinen Bauch und bewegte sich beim Nabel eine Weile hin und her, machte dann eine Pause und plötzlich spürte ich ihn wieder an meinen Brustspitzen und dafür seine Zunge in meinem Bauchnabel.
Seit ich mich hier hingebe, meinen Gefühlen freien Lauf lasse, habe ich entdeckt, daß mein Nabel eine meiner erogenen Zonen ist. Oder hat er ihn dazu gemacht?
Er drehte mich nun sanft um, ich spürte seinen Atem im Nacken, er biß leicht zu, flüsterte Unverständliches, strich mit dem Nerzhandschuh über meinen Rücken und löste unglaubliche Empfindungen aus, als er auch über meinen Po, meine Schenkel und meine Kniekehlen strich.
Ich wurde durch den Nerz unter mir und durch den Handschuh von allen Seiten stimuliert und liebkost. In meiner Fantasie und beginnenden Ekstase vermeinte ich, von einem Panther in die Arme genommen zu werden, vermeinte seine Zähne im Nacken zu spüren, seine Pranken an meiner Seite tief ins Fleisch eingedrückt. Spürte ihn plötzlich tief in mir, einem Vulkan gleich, ausbrechend und Feuer und glühende Felsen schleudernd. Ich schrie meine Erregung und Befreiung heraus.
Meinen Panther glaubte ich ebenfalls fauchen zu hören, ich nahm ihn auf in mir, ein Feuer erfaßte mich, ich verbrannte in einer steil nach oben führenden Stichflamme.
Ich lag nun, durch mich hindurch gehend eine wellenförmige Erregung, mit dem Kopf in einen der Polster vergraben und weinte vor Lust und Hingabe.
Ich wollte in dieser Stichflamme verbleiben, wollte dieses Feuer nur langsam verebben lassen, als er wieder begann mich mit dem Nerzhandschuh zu streicheln, langsam und sanft, jedoch immer wieder pausierend.
Meine Haut war dünn wie Pergament, empfindlich und wie von elektrischen Bögen sensibilisiert, so daß ich bei jedem seiner Berührungen aufstöhnte und den Kopf nach oben werfen wollte. Doch er hielt mich mit seinem Mund durch Küsse im Nacken fest, fixierte meinen Körper in der Stellung unter ihm und intensivierte seine Bemühungen, immer wieder kleinere Höhepunkte in meinem Körper zu erzwingen. Er ließ sie jedesmal völlig abklingen, ließ einige Sekunden verstreichen und begann von Neuem.
Er spielte auf mir wie auf einem Musikinstrument, meisterlich und mit viel Gefühl, aber unerbittlich.
Lieber Freund, es war ein Nachmittag, der mich lehrte, meinen Körper kennen zu lernen, seine Tiefen auszuloten und seine Höhen zu genießen. Ich lernte jeden Nerv zu spüren, zu spüren wodurch die Verbindung von meiner kleinen Zehe durch meinen Körper hindurch, bis in mein Gehirn zustande kommt.
Es gibt Verbindungen zwischen meinen Brustspitzen und meinem Unterbauch, die ich noch nie vorher so intensiv gespürt habe.
Ich war nun in einem schwebenden Zustand, konnte meine Bewegungen nur mehr schwer koordinieren und lag völlig schwerelos auf dieser Decke aus Nerz.
Er nahm mich in seine Arme und beruhigte mich mit geflüsterten Worten, drehte mich zärtlich wieder auf den Rücken und nahm mir die Maske ab.
Sein Gesicht war genau über mir, er lächelte mich an. Ich konnte nicht lächeln, war noch immer im Banne des erlebten, berührte jedoch sein Gesicht mit meinen Fingerspitzen.
Es war, als hätte Sexus Gestalt angenommen. Er war die perfekte Darstellung von Lust, Sex und Erfüllung.
Er ließ mich los und stand auf und ging hinaus. Nun mußte ich doch lächeln, sein Gang erschien mir doch tatsächlich wie der eines Panthers, leichtfüßig, federnd und doch angespannt. Seine Muskeln spielten und sein straffer Po glänzte ein wenig im Licht der kleinen Lampe, die am Ende des Bettes stand.
Liebster Freund, habe ich dir schon geschrieben, daß dieses Bett mitten im Raum steht, so daß es von allen Seiten zugänglich ist?
An diesem Abend schlief ich sofort ein, ermattet und völlig schwerelos, noch immer leicht vibrierend. Es schien als könne der Körper nicht so schnell vergessen und abschalten und zittert leicht nach.
Ich hoffe, meine Erzählung hat deinen Voyeurismus wieder einiger Maßen befriedigt!?

Lieber Freund,
ja ich war völlig nackt dem Nerzfell ausgeliefert und wenn ich nun nachträglich dran denke, erfaßt mich im Gaumen rückwärts zwischen Rachen und Nase ein starkes Kribbeln. Ich kann auch nicht sagen, wieso gerade dort, aber es ist so. Außerdem beginnt gleichzeitig die Haut auf meiner Schädeldecke zu spannen, als wäre sie zu eng.
Dieser Nachmittag hat scheinbar mein Nervensystem aufgescheucht und meine Empfindsamkeit verstärkt. Ich bemerkte in den letzten Tagen, daß jede Berührung anderer auf meiner Haut diese Spannung intensiviert. Ich bin noch immer sensibilisiert.
Ich habe in den letzten Tagen mit Irene auch nicht Tennis gespielt, mir fehlte einfach die Energie.
Dieses Mail schreibe ich dir von einer der Sonneninseln Griechenlands. Wir sind für eine Woche hier her gefahren, weil Paul hier ein Projekt im Auge hat und haben das gleichzeitig mit ein wenig Urlaub verbunden.
Es war einer dieser heißen Tage, wo man sich nichts sehnlichster wünscht, als in den Wellen des Meeres zu schaukeln.
Das Meer ist ganz ruhig, nur hin und wieder kräuseln sich kleine Wellen. Über allem liegt die Stille des Mittags. Weit draußen schaukelt eine Möwe am Wasser, kaum erkennbar in der Ferne. Das Sonnenlicht tanzt auf dem Wasser und hin und wieder springen kleine silberne Fische in einem Bogen heraus und tauchen gleich wieder ein.
Ich lag bäuchlings im Sand und spürte jedes einzelne Sandkorn auf der Haut. Es war ein wunderbares Gefühl, besonders wenn ich mich leicht bewegte und der Sand jeder Bewegung nachgab und zärtliche Berührungen vortäuschte. Ich hatte längst das Oberteil meines Bikinis abgestreift und ließ den Sand meine Haut und meine Brustspitzen liebkosen. Die Sonnenstrahlen erwärmten meinen Körper und jede leichte Brise erinnert an einen Atemhauch in zärtlicher Umarmung.
Die kleinen Wellen schlugen an den Strand und es klang wie ein Flüstern, wie Erzählungen über jüngst Erlebtes, Vergessenes, ewiges Dahin fließen, sich auflösen und wieder neu formen.
Der mich umgebende, mich umschmeichelnde Sand erregte meine Sinne und ich wurde immer unruhiger.
Natürlich wurde mir die Sonne nach einer Weile zu viel und ich richtete mich auf. Unweit vom Strand stand dieser wundervolle Baum. Ein alter, knorriger Olivenbaum, der Stamm dunkel und mächtig, die Blätter silbrig, grün, wie mit tausend Fingern, die sich bewegten.
Erinnerte mich an ein Gedicht, eine Ode an einen Olivenbaum, das ich einmal las:
Dein Stamm ist dunkel und kräftig,
knorrig und mächtig.
Du stehst da, seit vielen hundert Jahren.
In Sonne und Regen konntest du bewahren
Deine Ruhe, Deine Würde.
.......
Das Gedicht war länger, doch diese Zeilen haben sich in mein Gedächtnis eingeprägt.
Ist dir das auch schon passiert, daß einen Fragmente von Gedichten oder Melodien einfallen in gewissen Situationen?
Ich legte mein Handtuch unter den Baum und setzte mich, mit dem Rücken angelehnt an diesen knorrigen Stamm, darauf.
Die Sonne stand hoch am Himmel, kein Geräusch war zu hören, der Strand war menschenleer.
Die beweglichen Blätter warfen Schatten auf meine nackte Haut und spielten mit meinen Brustspitzen, indem sie darüber strichen und die flimmernden Schatten leicht vibrierten.
Es schien, als ob sie mich küßten und streichelten. Immer, wenn Sonnenstrahlen direkt durchkamen, die Schattenmuster unruhig hin und her schwankten, erzeugte die Wärme angenehme Gefühle, die mich erschauern ließen.
Ich schloß meine Augen und in meiner Fantasie fühlte ich mich von diesem Baum in den Arm genommen, leicht hin und her geschaukelt und von seinen Ästen aufgehoben. Er war für mich der starke Liebhaber, der mich emporhob, zurück beugte, vom Nabel ausgehend mit seinen flüsternden Lippen auf meiner Haut entlang nach oben streicht und mich erzittern läßt. Die leichte Brise vom Meer verfing sich in seiner Krone und die Blätter erzählten mir seine Geschichte. Er flüsterte mir geheimnisvolle Dinge ins Ohr und küßte dabei meine Ohrläppchen. Es war elektrisierend, ich konnte es am ganzen Körper fühlen.
Die Wärme des Stammes durchdrang mich, die rauhe Oberfläche erinnerte an Seefahrer, wilde See und Schiffe, weit draußen am Meer, kämpfend mit Sturm und Wellen. Waren es diese alten Geschichten, die er versuchte mir zu vermitteln, mir zuflüsterte?
Ich fühlte mich eins mit dem Stamm, mit dem Baum, fühlte mich im Geiste mit ihm verwoben, integriert, für ewig an ihn gebunden.
Ein Maler würde mich in diesen Augenblicken, aufgehend in den Stamm, mit den Armen nach oben strebend, teilweise von Holz und Zweigen bedeckt, darstellen.
Lieber Freund, kannst du dir einen Baum als zärtlichen Liebhaber vorstellen? Es ist eine faszinierende Vorstellung.
Durchdrungen von all diesen Eindrücken, Gefühlen und Sehnsüchte befand ich mich in einem halbwachen Zustand und gab mich meinen Empfindungen hin.
"Ja sag einmal, du liegst einfach da und träumst vor dich hin. Hast du keine Angst es könnte jemand kommen?" Es war Pauls Stimme, die mich in die Wirklichkeit zurückholte. Er war nur mit einem Handtuch ebenfalls zum Strand gekommen und hat mich hier gefunden.
"Komm, setze dich zu mir. Ich träume gerade, dieser Olivenbaum liebt mich, liebkost mich und flüstert mir Geheimnisse ins Ohr."
Er setzte sich neben mich, nahm mich in den Arm und seine Finger strichen über meinen, von der Sonne aufgeheizten Körper.
"Darf ich dein Olivenbaum sein?"
Ich rutschte den Stamm hinab, bis ich ganz flach auf dem Rücken lag und schloß meine Augen.
"Ja, wenn du auch so zärtlich sein kannst wie er!" Ich lächelte ihn an.
Weißt du, mein Freund, wie es ist, wenn alles ruhig ist und plötzlich ein Sturmwind daher braust, alle Dämme brechen und die Flut über das Land schießt? Genau so kam es mir vor.
Wir liebten uns unter dem Olivenbaum mit einer Leidenschaft wie schon lange nicht. Er nahm mich wild und fordernd, es war als ob wir im aufgewühlten Meer kämpften, nachdem sich die Gewalten der Natur das Universum untertan gemacht haben.
Nachdem wir wieder halbwegs zu Atem gekommen waren, hob er mich auf, trug mich zum Strand und wir tauchten mit unsere Körper ins Meer. Wir ließen uns von den Wellen umspielen, ich spürte das kühle, sich kräuselnde Wasser auf meiner Haut und begriff das wunderbare Zusammenspiel von Natur, Leidenschaft und Rauschen des Blutes.
Mein Freund, das war vor drei Tagen und jeder dieser Tage brachte uns auch wundervolle Nächte, inspiriert von Sonne, Meer und diesem alten, nun so vertrauten Olivenbaum.Vorläufiges Ende

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