Intime Beichten - Teil 4

Siebenter Tag.

8 11-17 Minuten 0 Kommentare
Intime Beichten - Teil 4

Intime Beichten - Teil 4

Joana Angelides


Er hatte die Kette mit den Perlen zwischen meinen Pobacken entdeckt und ich hatte das Gefühl, daß er einen Moment überrascht stockte. Dann begann er langsam auf und ab zu streicheln und die Perlen leise zu zählen.
Ich bekam Angst, den Boden unter den Füßen zu verlieren, so aufregend waren seine Berührungen.
Seine zählenden Finger kamen immer weiter nach vorne und stoppten bei der letzten, großen Perle. Er bewegte sie hin und her.
Auf meiner Stirne bildeten sich Schweißperlen.
Auf der anderen Seite der Stellage erschien plötzlich die Dame aus der Ausgabe. Sie hatte einige Bücher in der Hand und wollte sie gerade einreihen, als sie mich da oben erblickte.
"Wenn sie es mir gesagt hätten, dann hätte ich ihnen das Buch doch geholt!" Sie blickt mich über den Rand ihrer Brille vorwurfsvoll an.
"Beschäftigen sie sie, sonst bemerkt sie, was wir hier tun!" Flüsterte er leise und intensivierte seine kreisenden Bewegungen.
"Oh, danke. Aber ich wollte sie selbst holen, ihnen keine Mühe machen!" Meine Stimme klang brüchig und ich hatte einen Frosch im Hals.
Ich hatte Angst, meine Erregung nicht mehr lange verbergen zu können.
"Haben sie jetzt gefunden, was sie suchen?" Sie schaute mich fragend an.
"Ja, ja, danke. Ich werde dann zu ihnen zum Schalter kommen"
In diesem Moment überrannte mich das Gefühl der totalen Auflösung, ich begann zu zittern und ein Stöhnen bannte sich den Weg aus meinem Innersten.
Er mußte es doch merken! Doch er hörte nicht auf, sondern intensivierte seine Bemühungen noch und baute das Spannungsfeld neuerlich auf.
"Ist ihnen nicht gut? Was haben sie denn?" Die Blicke der Bibliothekarin waren sehr besorgt.
"Nein, nein, ich habe nur Schluckauf, habe ich öfter. Es wird gleich vorbei sein!"
"Ich werde ihnen ein Glas Wasser holen!" Sie stellte die Bücher, welche sie in der Hand hielt an ihren Platz und eilte davon.
Ich stützte mich nun auf die Stellage auf und legte meinen Kopf darauf.
Die Wellen der mich beherrschenden inneren Erschütterung überrollten mich und ich sackte in mich zusammen.
Er beendete das grausam schöne Spiel, hob mich wieder von dem Treppchen und lehnte mich an die Stellage.
Er strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und küßte mich leicht auf meinen zitternden Mund
"Merken sie sich, es geschieht, wann ich es will. Ich lasse mich nicht gerne provozieren!"
Dann drehte er sich um und verschwand in der nächsten Reihe.
In diesem Augenblick kam die Bibliothekarin mit einem Glas Wasser in der Hand und reichte es mir. Ich nahm es dankbar an.
"Sie sehen ja ganz schön mitgenommen aus. Möchten sie sich in einen der Lehnsessel ein wenig ausruhen?"
Ich konnte nur nicken.
Als ich mich einiger maßen beruhigt hatte, verließ ich die Bibliothek mit vier Büchern in der Hand. Trotz intensiver Bemühung war es mir nicht gelungen, ihn irgendwo zu entdecken.
Mein Freund, du kannst dir sicher vorstellen, daß ich in dieser Nacht lange nicht einschlafen konnte. Der Duft von Tabac Original begleitete mich in meine Träume.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 6926

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben