Intimschmuck Anprobe

Amazonengeschichten - Im Land des Nordens - Teil 5

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Stayhungry

Emet wusste nicht, wie sie ins Bett gekommen waren. Es war nicht das Bett in ihrer Kammer, sondern das Ehebett ihrer lieben Gastgeber, die waren aber schon nicht mehr da. Höllische Schmerzen durchzuckten ihren Kopf, als sie ihn nur ein wenig anhob, so stark war der Kater von dem gestrigen Gelange. Sie wusste gar nicht, wie sie es schaffen sollte, heute abzureisen. Mühsam erhob sie sich und schleppte sich zum Waschraum. Kaltes Wasser war auf jeden Fall hilfreich beim Versuch, ins Leben zurückzukehren. Emet tauchte ihren Kopf lange unter.

Am großen Tisch saß die ganze Familie versammelt in fröhlichem Geschnatter. Suki und Manher sahen zwar auch verkatert aus, aber sie hatten schon ordentlich aufgeräumt. Sie hatten sich, anders als Emet, doch mehr an den Liebestrank gehalten. Nur den brauchte Emet nicht, sie war kein Mann, der Standfestigkeit fördern musste und scharf war sie ohnehin. Und der Wein gestern war wirklich exzellent gewesen, das büßte sie nun. Allein der Duft des starken Kaffees, der Emet den Weg wies, wirkte belebend. Spott musste sie schon über sich ergehen lassen, vor allem von den Kindern, doch sie wurde entschädigt von der heilsamen Wirkung dieses wahrhaft göttlichen Getränks.

*

Die Reise nach Arrnos dauerte einen Monat, wenn das Gebirge umrundet wurde. Viele Händler mit kleinen Waren nahmen daher den Fußsteig den Berg hinauf zu einer bewachten Tunnelpassage, denn so konnte man das Ziel in zwei Tagen erreichen. Emet entschied sich für diesen Weg und beschloss, Irtan bei Suki und Manher zu lassen, was bei den Kindern Begeisterung auslöste, denn nun durften sie ihn täglich reiten, bis Emet zurückkehrte. Der Abschied fiel allen schwer, aber Emet zog es weiter, so gern sie hier gewesen war. Jeder und jede wurde mit Küsschen verabschiedet. Mit Manhers Schwert als einem ihrer Kurzschwerter auf dem Rücken lief Emet los durch das Tor in der Stadtmauer zum Waldrand, wo in nördlicher Richtung der Steig zur Tunnelpassage nach Arrnos lag. Sie winkte freudig ein letztes Mal und alle winkten lachend zurück. Nur Manhers Gesicht war voller Sorgen.

Nach der orgiastischen Überforderung aller Sinne in den Begegnungen der letzten Tage taten Emet die Kühle des Waldes und das Atmen im Rhythmus ihrer federnden Schritte gut. Jetzt war sie wieder die Waldläuferin, allein auf sich gestellt und mehr ihrem Instinkt als ihrem Intellekt folgend. Hellwach wurde sie, spürte sich und die Gefahr, der sie sich näherte, mit jeder Faser ihres Körpers. Sie hatte die Spur ihrer Mutter gefunden, sie würde auch sie selbst finden. Dessen war sie gewiss – und sie hatte keine Angst.

 

 

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