Vor der Haustür steht wirklich Bernd, und seine Söhne sind auch schon da. Ihre Taschen für den Wochenendausflug mit ihrem Vater, der am nächsten Tag starten soll, haben sie dabei. Von einer Verabschiedung wollen sie nichts wissen, das hat Tobias aber auch nicht erwartet.
Julia ist auch schon bei ihrer Omi und wird mit Hansi bis zum Sonntagabend bei ihr bleiben. Lisa und Tobias haben also sturmfrei, wie sie schon jubelnd festgestellt haben, und Tobi malt sich schon aus, wo er sie überall hernenimmt.
Tobias bleibt die Spucke weg. So hat er Conny noch nie gesehen.
'Seit wann hat sie überhaupt Locken in den Haaren?', fragt er sich, und geschminkt hat sie sich auch noch nie.
Conny trägt ein langes, eng anliegendes geblümtes Kleid mit Spaghettiträgern. Darüber ein kurzes weißes Jäckchen, das auf einer Seite neckisch über den Oberarm gerutscht ist und die Schulter freilässt.
Aber das Erstaunlichste: Conny strahlt von innen. Sie ist im wahrsten Sinne erblüht wie eine Rose.
Isabell steht ihr in keiner Form nach, und lachend stups sie Tobi an.
„Mach den Mund wieder zu und guck dir deine Lisa an.“
„Meine Güte … hätte ich vielleicht einen Anzug anziehen sollen?“, würgt Tobi verlegen heraus.
Mit Lachen quittieren es die drei Frauen, und ziehen ihn in die Tanzbar.
Isabell hat einen Tisch für vier in einer kleinen Nische für sie reserviert. Auf dem Weg dorthin blickt sich Tobias forschend um. Da es noch früh am Abend ist, sind noch nicht sehr viele Gäste da, aber die Anwesenden scheinen alle der gehobenen Gehaltsklasse anzugehören.
'Ob sie sich das überhaupt leisten können?', fragt er sich gerade, als sie bei ihrem Tisch ankommen.
Wieder einmal zeigt Isabell, was für eine gute Beobachterin sie ist, und klärt Tobi auf:
„Keine Sorge, ihr seid alle von mir eingeladen.“
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.