Wir gehen jetzt zu der Direktorin. Dann werden wir schon sehen, was dabei herauskommt. Es ist ja jetzt sowieso nicht mehr zu ändern!“
Hedwig Reiser war erstaunt, als Frau Klement gleich drei Schülerinnen in ihr Büro führte. Sie hatte zwar schon Gerüchte gehört, die von einer Liebesnacht im Stroh fabulierten, aber solche Geschichten kamen in einem Internat relativ schnell auf. Nun wurde Hedwig klar, dass ein wahrer Kern darin versteckt lag. Manu stotterte fast, als sie Hedwig die Wahrheit gestand. „Wir wollten, dass sie von uns die Wahrheit erfahren, Fräulein Reiser! Bine, Petra und ich…wir sind keine Jungfrauen mehr. Wir haben uns mit unseren Freunden im Heu getroffen, und da ist es dann passiert…“ Manu schaute bedrückt zur Wand, während Hedwig der Atem stockte. Ihr erster Gedanke galt der Verhütung.
„Ihr habt doch bestimmt Kondome benutzt?“ Manu nickte, was Hedwig etwas beruhigte. Ehe sie sich die berechtigte Frage stellte, wie die 18-jährigen Gören zu Präservativen kommen konnten, musste sie sich aber Luft verschaffen. „Diese Lausemädel bringen mich in Teufels Küche!“ schimpfte die aufgebrachte Direktorin. „Ihr wisst doch genau, dass ich eine Lehrerkonferenz einberufen muss? Was dabei herauskommt, könnt ihr euch auch denken! Ich hätte gute Lust, jedem von euch dreißig gesalzene Hiebe mit dem Rohrstock auf den nackten Hintern zu brennen! Wir wollen aber neue, fortschrittlichere Wege gehen, in der solche Maßnahmen die Ausnahme sein sollen! Zumal ihr schon einmal kurz vor dem Rausschmiss standet, und er dieses Mal wohl nicht mehr zu verhindern wäre!“
Die drei Mädchen hatten Tränen in den Augen, da sie den Ernst ihrer Lage erkannten. Hedwig ging ins Vorzimmer, um mit Frau Klement zu sprechen: „Frau Klement, sie müssen mich für die nächste Stunde abschirmen! Die drei Mädchen haben richtig Mist gebaut, und ich muss mich angemessen um sie kümmern. Können sie mir mit einer Haarbürste aushelfen?
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