Johanna und die Lady in Black

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Johanna und die Lady in Black

Johanna und die Lady in Black

Stayhungry

„Falls du noch kommen möchtest, du hast ja einen Schlüssel“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Aber ich bin sicher, sie ist wunderbar!“

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Patrizias weitläufige Wohnung hatte wirklich einen Wow-Effekt. Geschmackvoll eingerichtet in unkonventionellen Arrangements, verlockte sie Johanna zu einer Entdeckungsreise, ohne dass sie auf den Gedanken kam, hierfür um Erlaubnis zu fragen. Sie legte ihre schwarze Lederjacke achtlos über einen Stuhl und sah sich alles an. Die Wohnlandschaft mit verspielter Integration von Essbereich und Büro war schon sehr ansprechend, trotz all der geraden, klaren Formen moderner Innenarchitektur. Wo anderorts solches oft Kälte und Leere, also seelische Verarmung verkörperte, lud hier jede Stelle im Wettbewerb mit der nächsten zum Verweilen ein. Patrizias Schlafzimmer aber war eine vollendete Komposition aus indirekter Beleuchtung, dezenter, abstrakter Malerei in kräftigen Farben, Pfauenfedern und Schilf und ähnlicher Deko in Vasen und an den Wänden, in der Mitte ein Futon als Liegestatt und heimelige Lustwiese.

„Hast Lust, mit mir zu duschen?“, fragte Patrizia, als Johanna schließlich in das Bad lugte, eine Wellnessoase mit schwarzem Boden, schwarzen Wänden, weißem Porzellan und anthrazitfarbenen Möbeln beidseits des Waschtischs. Eine großzügige, begehbare Dusche nahm das Gros des Raumes ein, nur seitlich abgetrennt mit einer raumhohen Glasscheibe als Spritzschutz hin zu Toilette, Bidet und Waschtisch. Johanna fand das Angebot eine gute Idee. Mit einer Situation wie nach dem Training im Fitnessstudio könnte sie den Rest von Unsicherheit gut überspielen. Doch da war nicht viel. Natürlich hatte Johanna als Teenager mit Freundinnen nach dem Sport in der Dusche auch Anzügliches gejuxt und freundschaftliche Berührungen, Arm in Arm gehen und Küsschen zur Begrüßung waren ihr selbstverständlich.

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